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Grösster Unternehmensauftrag

Sortier- und Stapelanlagen in Irland in Betrieb

Neues Hobel- und Sortierwerk bei den Glennon Brothers – geliefert von Kallfass

Seit dem Kauf des Standortes Fermoy/IE 1998 von der Smurfit-Gruppe haben die Glennon Brothers das Sägewerk mit Weiterverarbeitung sukzessive erweitert. Der jüngste Streich war eine umfangreiche Sortier- und Stapelanlage samt Hobelmaschine. Für erstere zeichnet die Maschinenfabrik Kallfass, Baiersbronn-Klosterreichenbach/DE, verantwortlich. Die Hobelanlage lieferte Ledinek, Maribor/Sl. „Es ist wahrscheinlich der größte Auftrag, den wir jemals abgewickelt haben“, freut sich Kallfass-Projektleiter Ernst Hauser. Die Glennon Brothers betreiben in Fermoy eine Linck-Linie. Die Schnittware gelangt in die Trockenkammer und geht anschließend auf die neue Kallfass-Sortier- und Stapelanlage. Auch frisch geschnittene Palettenbretter können über diese Linie gefahren werden. Seit rund zwei Monaten ist diese nun in Betrieb. Der Staplerfahrer gibt die getrockneten Pakete oder die frisch eingeschnittenen Stapel mit Palettenbrettern auf einen Paketkettenförderer. Dort ist Platz für fünf bis sechs Pakete. Das Entstapelgerät ESG vereinzelt die Ware lagenweise. „Dabei werden die Stapellatten automatisch auf ein Förderband separiert und danach in Wagen gesammelt“, beschreibt Hauser. Da sich über die Anlage Doppelpakete fahren lassen, können auch die Kanthölzer mit dieser Vorrichtung ausgeschleust werden (s. Bild unten S. 31). Die Werkstücke kommen über einen Kettenförderer zu zwei Vereinzelungsstufen. Diese entzerren die Hölzer und bringen sie über einen Ausrichtrollenförderer auf Nulllinie. Beide Anlagen sind auf Holzlängen von 2,4 bis 6,6 m ausgelegt. Die Leistung im Sortierwerk gibt der baden-württembergische Maschinenbauer mit 140 Teilen pro Minute an. Die Eingangsdicken der Werkstücke liegen zwischen 15 und 100 mm, die Breiten zwischen 75 und 300 mm.

Stück für Stück eingetaktet: Vereinzelung der Lagen nach der
Paketaufgabe mit zwei Entzerrstufen

Weichenstellung
Nach dieser Vereinzelung gibt es je nach Produkt zwei unterschiedliche Vorgänge: Die getrockneten Hölzer nehmen den direkten Weg zu einem Beschleunigungstisch vor dem Grader. Die Palettenbretter schlagen eine andere Richtung als die getrocknete Ware ein. Die getrocknete Ware wird zuerst auf bis zu 600 m/min beschleunigt und durch einen Scanner (PLC-Stress-Grader) geschleust. Dieser detektiert die Holzmerkmale und definiert aufgrund hinterlegter Kriterien die Qualität. Zudem ermittelt der Scanner die Holzdimension (Länge, Breite, Stärke). Von dort aus geht es via Dachketten- und Stauförderer in das Kallfass-Sortierwerk. Ein Tongloader taktet das Schnittholz ein. Es folgt ein Lesegerät, das die Werkstücke aus dem Stress-Grader wiedererkennt und einer entsprechenden Box im Sortierwerk zuteilt. Nach dem Trimmer mit fünf Sägeaggregaten im 300 mm-Abstand kommt das Sortierwerk mit 20 heb- und senkbaren Boxen. Ist in einer Box die Füllmenge erreicht, wird diese nach unten entleert.

Das Schnittholz wird auf eine Nulllinie ausgerichtet (re.),
danach geht es ab in die Hobelmaschine

Der Ausschuss wird noch separiert, bevor die Gutware zur Ledinek-Hobelmaschine gelangt. Die egalisierten Bretter kommen dann zur Stapellinie 1. Lagenweise wird das Schnittholz durch die Kallfass-Mehrfachablängsäge gefahren. Diese stattete der Maschinenbauerauf Kundenwunsch mit sechs Sägeaggregaten aus. Aufgrund der von Glennon Brothers erzeugten Produkte (Gartenholz) sind die Kreissägen schwenkbar (um 28°) ausgeführt. Damit werden die Stirnseiten bedarfsgerecht schräg gekappt. Dann geht es zur Stapelmaschine. Diese ist mit einer automatischen Leistenlegung ausgestattet, wobei die einzelnen Magazine motorisch verfahrbar sind. Nach der abgeschlossenen Paketbildung bringt ein Hubwerk das Paket nach unten zur Umreifung. „Die Maschine erkennt die Paketgröße mittels Lichtschranken und positioniert sich anhand der Dimension automatisch. Damit entstehen keine Zeitverluste und die Anzahl der Bindungen pro Minute erhöht sich“, berichtet Hauser. Die Pakete können auftragsbezogen mit oder ohne Folierung ausgeführt werden. Die Umreifungsmaschine ist Fabrikat Fromm, die Foliermaschine Kallfass-Eigenbau. Die fertigen Pakete werdenauf Paketkettenförderer unter dem Sortierwerk quer zur Paketabnahmetransportiert und mittels anhebbaren Rollenförderer mit langen Rollen der Paketabnahme zugeführt.

Blick auf den Trimmer (Pfeil), danach gelangt das beurteilte Schnittholz in
einer der 20 heb- und senkbaren Boxen

Die nächste Verfolgung
Die Palettenbretter nehmen einen anderen Produktionsverlauf. Sie werden über einen Niveauwechsler auf einen Bandförderer eingetaktet und im Reißverschlussverfahren der Beschickung in Richtung Sortierung zurückgeführt. Diese Teile werden dann über die Dimensionsvermessung (Länge/Breite/Stärke) auch dem Sortierwerk zugeführt und den einzelnen Boxen zugeteilt. Nach dem Dachkettenfördererbesteht die Möglichkeit, schlechte Ware oder Bruchstücke auszuschleusen. Es folgen die Lagenbildung und im Anschluss erneut eine Mehrfachablängsäge, welche baugleich zur anderen ist: Sie hat ebenfalls sechs Sägeaggregate und die Kreissägeblätter können um 28° geschwenktwerden. Nach der Stapelung transportiert ein Hubwerk die Pakete auf Bodenniveau. Für die Umreifung steht eine zweite Maschine zur Verfügung. „Bei Bedarf können auch diese Pakete foliert werden“, führt der Kallfass-Projektleiter aus.

Zuführung zu einer der beiden Crosscutting-Anlagen,
im Anschluss folgt die Paketbildung

Nach der Paketbildung (im Hintergrund) geht es ab zu einer
der beiden Umreifungsstationen (vorne)