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Hoch gestapelt

Erstmals Sortierung in zwei Etagen realisiert
Als Herausforderungen bezeichnen die Verantwortlichen die Planung und Konzeption
des zweistöckigen Sortierwerkes samt Stapelanlage bei Scierie Philipon in Frankreich.

Aber genau wegen dieser Bauweise erhielt der Maschinenspezialist den Zuschlag für dieses Projekt.

"Mit diesem Projekt haben wir unsere Stellung in Frankreich weiter ausgebaut“, ist Hans Haist, zuständig für den Vertrieb bei Kallfass, Baiersbronn-Klosterreichenbach/DE, überzeugt. Bei Scierie Philipon in La Chaise-Dieu/FR ging vor nicht einmal zwei Monaten eine Sortier- und Stapelanlage in Betrieb.

Zweimal 40 Boxen übereinander

Die Besonderheit? Kallfass realisierte erstmals eine Sortierung auf zwei Etagen mit jeweils 40 Boxen. Der baden-württembergische Maschinenbauspezialist war zudem für die komplette Errichtung der neuen Halle (107 m lang, 10 m breit und 12 m hoch) verantwortlich, in der die Sortierung untergebracht ist. Diese wurde 90° an die bestehenden Sägehalle angegliedert. Philipon war für die Beton- und Fundamentarbeiten zuständig, der Hallenstahlbau kam von Kallfass. Die Sparren für das Dach stellte – selbstredend – das Sägewerk Philipon. „Aufgrund des Generalauftrages gab es keine Probleme bezüglich Schnittstellen. Der Anschluss an das Sägewerk wurde binnen einer Woche realisiert. Der Produktionsausfall für Scierie Philipon reduzierte sich damit auf ein Minimum“, erklärt Kallfass-Projektleiter Helge Widmann den Vorteil. Scierie Philipon schneidet jährlich rund 60.000 fm/J mit einer Rundlaufanlage von Linck, Oberkirch/DE. Für die Seitenware steht ein Besäumer zur Verfügung. Bisher sortierte man im Sägewerk das Schnittholz händisch, was einen hohen zeitlichen und personellen Aufwand nach sich zog. Geschäftsführer Pierre Philipon sah hier Handlungsbedarf und entschloss sich zur Investition. Sowohl Haupt- als auch Seitenwaren werden jetzt über neue Kallfass-Förderanlagen in das im Februar in Betrieb genommene Sortierwerk transportiert. Philipon wollte flexibel bleiben und die Schnittware in möglichst viele Boxen sortieren. Darum kamen die Ingenieure bei Kallfass auf die Idee, zwei Boxenanlagen übereinander zu bauen. „Für uns ist diese Bauart Neuland. Wir konnten die Anlage aber zur vollen Zufriedenheit des Kunden realisieren“, freuen sich die Kallfass-Verantwortlichen.

Blick auf die neue Sortierhalle bei Scierie Philipon: Kallfass war als Generallieferant auch für die Gebäudeerrichtung

Platz genug in 80 Boxen Das Schnittholz wird, vom Sägewerk kommend, zuerst in vier Etagen (je zwei für Haupt- und Seitenware) gepuffert. Hier befindet sich auch die Fremdaufgabe mit Kippentstapelung, damit trockene Pakete ebenfalls nachsortiert werden können. Danach geht es für das Holz ab in die Boxen. Prinzipiell sortiert Philipon die Standarddimensionen in die untere Etage ein. Die kundenspezifische Ware gelangt in das obere Stockwerk. „Natürlich lassen sich die Boxen aber beliebig zuteilen. Auch eine Einteilung in bis zu vier Qualitäten ist möglich“, sagt Widmann. Die Boxengröße entspricht der Menge für ein halbes Paket mit 1,2 mal 0,6 m.

 Steht eine Entleerung einer der oberen Boxen an, gelangt das Schnittholz auf einem Kettenförderer nach links zu einem Hubwerk (s. Grafik oben) und zunächst einmal rund 4 m nach unten. Erst dann nimmt es den gleichen Weg wie die Ware aus den unteren Boxen – nämlich unter der gesamten Sortieranlage durch in Richtung Stapelung. Die Leistung bei der Sortierung beträgt laut Kallfass 50 Takte pro Minute. Die Stapelanlage befindet sich unter der Beschickung der Sortieranlage. Kallfass musste demnach mit einer Bauhöhe von etwa 4 m auskommen. Eine Vereinzelung entzerrt zuerst die Bretter und bringt diese auf die Arbeitshöhe des Bedieners. Dieser begutachtet die Ware, ob eventuell fehlerhafte Teile oder Bruchstücke dabei sind. Im weiteren Verlauf folgen die Lagenbildung und die Kappung der Hölzer. Dafür steht Philipon eine CNC-gesteuerte Mehrfach-Ablängsäge zur Verfügung. Mit einer Nullsäge und drei variablen Sägen kann Philipon die gewünschte Länge erzeugen, auch mehrfach. Die Stapelbildung mit automatischer Leistenlegung erfolgt mit einer Leistung von bis zu zwölf Lagen pro Minute. Ist ein Paket fertig, gelangt es über das Hubwerk auf Bodenniveau. Nach einer 90°-Drehung gibt es noch die Möglichkeit einer Umreifung. Der letzte Weg in Produktion nimmt das Paket dann auf einem 50 m langen Rollengang zur Fahrstraße, wo es mittels Stapler abgenommen wird.

Aufbau der Sortieranlage

Weitere Anlagen im Bau
Das Projekt bei Philipon ist nur eines von vielen Kallfass-Aufträgen in dieser Region. Derzeit montiert Kallfass bei Monnet-Seve in St. Vulbas eine Sortierung mit 60 Boxen und eine Stapelanlage. Im Sommer bekommt Scierie Piveteau in St. Florence eine neue Beschickung für das bestehende Sortierwerk mit Waldkantenscanner und Volltrimmer. Bei Scierie Chabbert in St. Amans Soult wird Kallfass im Juli Pufferboxen für Seitenware hinter einer Hew-Saw-Linie installieren.

 

 

Je 40 Senkrechtboxen stehen zur Verfügung

Eintaktung der Schnittware in der oberen Etage