Um die Versorgung für die eigene Palettenproduktion zu steigern, investierte Groupe François am Hauptsitz in Virton/BE in den vergangenen Jahren in ein neues Sägewerk. Aufgrund der jahrelangen guten Zusammenarbeit entschieden sich die Verantwortlichen bei der Sortier- und Stapelanlage erneut für Kallfass, Baiersbronn-Klosterreichenbach/DE.
Die Groupe Franςois produzierte im belgischen Virton rund 3 Millionen Paletten pro Jahr. Mit einem seit 2006 bestehenden Schwachholzsägewerk erzeugte man bisher jährlich rund 75.000 m³ Schnittholz für die eigene Weiterverarbeitung. „Rund 20 % mussten wir zukaufen. Zudem konnten wir nur Durchmesser bis 25 cm schneiden“, erläutert Nicolas Quoirin, Sägewerksleiter bei Groupe Franςois. Aus diesem Grund fiel vor einigen Jahren die Entscheidung, die Sägekapazitäten auszubauen. Das Schnittholz gelangt zum überwiegenden Teil in die Palettenproduktion, nur wenig Ware wird am freien Markt verkauft.
Den Rundholzplatz, der bisher in der Mitte des Werkes platziert war, verlegte man an den Rand des Geländes. Auf der damit frei gewordenen Fläche konnte Groupe Franςois dann das Sägewerk errichten. Was in wenigen Worten relativ „einfach“ klingt, war ein jahrelanges Unterfangen. Nachdem zuerst der neue Rundholzplatz mit dem Holtec-Portalkran gestartet wurde (s. Holzkurier Heft 51-52/2024, S. 18 bis 19), folgte im Herbst 2025 der Start des neuen Sägewerks. Bei der Einschnitttechnik (Quadro-Bandsäge, BNK-Besäumer und NKU-Auftrennsäge) fiel die Wahl auf EWD, Altötting/DE. Die nachfolgende Sortier- und Stapelanlage lieferte Kallfass. „Von Kallfass stammen bereits die Mechanisierung und Sortierung im Schwachholzwerk. Aufgrund der guten Zusammenarbeit haben wir uns wieder für Kallfass entschieden“, begründet Florent Vanlaetem, Projektverantwortlicher bei Groupe Franςois. „Wir kennen das Unternehmen und dessen Effizienz und hatten von Anfang an das Vertrauen, dass Kallfass alles entsprechend unserer Vorstellungen umsetzt.“
Zeigen die neue Sotier- und Stapelanlage von Kallfass: Groupe Franςois Sägewerksleiter Nicolas Quoirin und Matthias Link von Kallfass (von links)
Flexible Sortierung
„Ursprünglich war bei dem Projekt lediglich eine Linie mit Boxensortierung und Stapelung geplant. Da aber beim Einschnitt von Palettenbrettern oftmals gleiche Dimensionen anfallen, entschied sich Groupe François für die Ware aus der NKU-Auftrennsäge eine separate Stapelanlage zu errichten“, informiert Matthias Link, Projektleiter bei Kallfass. „Diese Anlage ist jetzt die Hauptlinie. Sollte es hier Störungen geben oder Wartungen notwendig sein, können wir die Ware aber auf die zweite Sortierlinie fahren. Damit sind wir sehr flexibel und können Ausfallszeiten minimieren“, verdeutlicht Quoirin den Vorteil. Die entsprechende Information, welche Ware zu welcher Linie gelangt, kommt von der EWD-Steuerung.
Das Schnittholz aus der Sägelinie wird auf zwei Kallfass-Anlagen verteilt
Die Standardware mit einem Querschnitt von minimal 12 mal 60 mm und einer Länge von 2,1 bis 2,5 m wird von der Kallfass-Mechanisierung nach links abgezogen, über eine lange Pufferstrecke transportiert und dem Ausrichtrollengang zugeführt. Danach erfolgt die Lagenbildung. Mit der bewährten Mehrfachablängsäge von Kallfass lässt sich die Ware auf die gewünschte Länge kappen. Die Anlage ist mit einer fixen Säge sowie drei flexibel verstellbaren Einheiten ausgestattet. Die nachfolgende Stapelmaschine mit einer Leistung von bis zu 14 Lagen pro Minute verfügt über sechs Magazine, die von den Mitarbeitern händisch mit Brettern befüllt werden. Die fertigen Pakete gelangen über einen Paternoster nach unten auf einen Rollengang und werden anschließend noch umreift, bevor sie zum Abtransport bereitgestellt werden.
Bewährte Mehrfachablängsäge von Kallfass mit vier Sägeaggregaten – drei Einheiten sind variabel einstellbar
Die Schnittware aus der Besäum-Nachschnitt-Kreissäge gelangt zur zweiten Kallfass-Linie. Dort werden die Bretter zunächst vereinzelt. Der Bediener beurteilt die Qualität und kann gegebenenfalls noch einzelne Stücke in Richtung der Entsorgung ausschleusen. Der nachfolgende Tongloader legt die Bretter in den Mitnehmerförderer. Anschließend werden diese im Querdurchlauf vermessen. Ein Scanner ermittelt die Waldkante. Entsprechend dieser Daten erfolgt die Einteilung in eine der zehn Boxen.
Kallfass lieferte für die Linie 2 bei Groupe François ein Sortierwerk mit zehn Boxen
Hat eine Box den notwendigen Füllstand erreicht, wird diese nach unten entleert. Der Förderer bringt die Bretter zu einem Stufenschieber sowie einem Vereinzeler. Auch hier kontrolliert ein Mitarbeiter die Ware, bevor die Lagenbildung erfolgt. Identisch mit der Hauptlinie installierte Kallfass in dieser Anlage ebenso eine Mehrfachablängsäge mit vier Kappaggregaten. „Alle Sägeaggregate sind zudem abschwenkbar. Die minimale Kapplänge liegt bei 600 mm“, verweist der Kallfass-Projektleiter bei der Besichtigung. Nach der ebenfalls baugleichen Stapelanlage gelangen die fertigen Pakete zu einer zweiten Umreifungsstation und abschließend auf den Entnahmerollengang. Die Pakete können ebenso flexibel in beide Umreifungen gefahren werden, falls eine Anlage ausfällt. Beide Kallfass-Anlagen werden von lediglich drei Mitarbeitern bedient, wie Quoirin betont.
Ein Mitarbeiter beurteilt die Ware, anschließend geht es weiter in die Sortierung
Blick auf die parallel laufenden Anlagen: Im Vordergrund der Stufenschieber nach der Boxensortierung, rechts die Hauptlinie
Die Stapelanlagen sind mit automatischen Doppelmagazinen für Bretter ausgestattet