Vor gut einem Jahr installierte der Mechanisierungsspezialist Kallfass, Baiersbronn-Klosterreichenbach/ DE, bei Woodfab Timber in Aughrim/IE eine neue Zuschnitt- und Stapelanlage. Die besondere Herausforderung war, die Anlage in einer bestehenden Halle unterzubringen – inklusive eine Fremdaufgabe zur Nachsortierung.
In den vergangenen Jahren hat man beim 1974 gegründeten Unternehmen Woodfab Timber laufend Investitionen getätigt, um Leistung und Effizienz zu steigern. Eines der jüngsten Projekte war die Erweiterung der Sortierung um eine Zuschnitt- und Stapelanlage von Kallfass. „Die Sortierung und Stapelung war ein großer Engpass in unserer Produktion. Darum haben wir uns entschieden, in diesen Bereich zu investieren“, erläutert Sean Brady, Eigentümer und Geschäftsführer von Woodfab.
Das Sägewerk hat seinen Sitz in Aughrim an der Ostküste von Irland, rund eineinhalb Autostunden südlich von Dublin. Aus dem Nadelrundholz – fast ausschließlich Fichte – entstehen diverse Produkte für Zäune, Terrassendielen oder Pfosten sowie für die Verpackungsindustrie.
Kein Engpass, mehr Leistung
Mit der neuen Kallfass-Linie hat man nun einen Engpass beseitigt. Damit können Stapelung und Zuschnitt von nur einem Mitarbeiter durchgeführt werden. Den Einschnitt im vergangenen Jahr beziffert Brady mit rund 110.000 fm, was gegenüber 2024 einer Steigerung von 10 % entspricht. Der Plan für dieses Jahr lautet 115.000 fm in einer Schicht. „Diese Mehrmenge ist nur durch die neue Kallfass-Anlage möglich“, bringt es Woodfab-Betriebsleiter Richard White auf den Punkt und bestätigt: „Wir konnten unseren Fertigungsprozess deutlich optimieren. Zudem sind wir in der Produktion sehr flexibel und unsere Mitarbeiter in der Sortierung stehen nicht mehr so unter Druck.“
„Kallfass hat zugehört, uns die beste Lösung geboten und konnte unsere Vorstellung perfekt umsetzen“, begründet Brady die Entscheidung, erstmals mit dem baden-württembergischen Spezialisten zusammenzuarbeiten. Installationsbeginn war im November 2024, seit Februar 2025 ist die Linie in Betrieb. „Trotz der Herausforderung, die neue Anlage in den Bestand zu integrieren, hatten wir keinen einzigen Tag Stillstand in der Produktion“, verdeutlicht Brady.
Sind zufrieden mit der Abwicklung seitens Kallfass: Woodfab Timber-Geschäftsführer Sean Brady (li.) und Betriebsleiter Richard White (Bild Woodfab)
Große Dimensionsvielfalt
Ein weiterer wesentlicher Vorteil der neuen Anlage ist das große Querschnitts- und Längenspektrum: „Sie ist auf Holzstärken von 16 bis 150 mm und -breiten von 70 bis 250 mm ausgelegt. Die Längen reichen eingangsseitig von 2,1 bis 3,8 m. An der Stapelung können wir Längen von 800 mm bis 3,6 m paketieren“, erläutert Kallfass-Projektleiter Matthias Link. Kallfass realisierte die Anbindung der neuen Stapel- und Zuschnittanlage an das bestehende Sortierwerk mit 35 Boxen. Die Holzchargen gelangen auf einen Pufferkettenförderer mit Schwenkvorrichtung. „Im abgeschwenkten Zustand kommt die Ware zur bestehenden Stapelanlage. Beim Aufschwenken der Vorrichtung kommt das Holz auf unseren neuen Pufferförderer, der unter der Bestandsanlage montiert ist. Dann folgt die Übergabe der Bretter und Kanthölzer an den Kurvenförderer“, sagt Helge Widmann, zuständig für die Konstruktion bei Kallfass.
Über einen Vereinzeler mit erhöhten Mitnehmern für große Querschnitte – aus Platzgründen ohne Stufenschieber ausgeführt – kommen die Hölzer auf die Ausrichtrollenbahn. Nach der anschließenden Lagenbildung erfolgt die Zuführung zur Mehrfachablängsäge von Kallfass. Diese ist mit fünf automatisch positionierbaren Sägeaggregaten ausgestattet. Die kürzeste Schnittlänge beträgt 800 mm. Die Reststücke fallen auf ein Abfallband und gelangen zur Entsorgung.
Die Stapelmaschine hat Kallfass mit acht Magazinen zur automatischen Leistenlegung ausgestattet. Die Leistung beziffert Link bis zwölf Brettlagen pro Minute. Die Besonderheit der Anlage ist, dass sie auch eine Versatzstapelung für die innerbetriebliche Manipulation durchführen kann. Rollenförderer bringen die Pakete zur Umreifungsstation, danach werden sie für den Abtransport bereitgestellt. Für die Paketverfolgung werden die Stapel noch mit Etiketten versehen. „Auf diesen stehen Stückzahl und Dimension, die Qualität trägt der Mitarbeiter händisch ein“, informiert Link. Zudem lieferte Kallfass eine Fremdaufgabe mit Kippentstapelung. Nach der Entstapelung werden die Hölzer über einen Rollengang dem vorhin beschriebenen Vereinzeler zugeführt und gestapelt. So kann Woodfab die neue Anlage auch zum Umstapeln oder Nachsortieren nutzen.
Das Schnittholz wird – von den Boxen kommend – zunächst vereinzelt. Für große Querschnitte sind die Mitnehmer erhöht
„Haben wir nicht erwartet“
Die Verantwortlichen von Woodfab Timber und Kallfass bestätigen gleichermaßen die stets gute und faire Zusammenarbeit bei dem Projekt. „Mit der neuen Anlage können wir jetzt sehr schnell auf Anfragen reagieren. Aufgrund der großen Dimensionsvielfalt sind wir sehr flexibel und haben – wenn nötig – noch extra Kapazitäten. Die hohe Leistungssteigerung, die durch unsere Kallfass-
Anlage nun möglich ist, hätten wir nicht erwartet“, bestätigt Brady.
Nach der Lagenbildung gelangen die Hölzer zur Mehrfachablängsäge von Kallfass
Kallfass lieferte eine Stapelmaschine mit automatischen Leistenmagazinen aus
Für die Nachsortierung installierte Kallfass bei Woodfab Timber zudem eine Fremdaufgabe mit Kippentstapelung
Diese Hölzer werden über einen Rollgang dem Vereinzeler zugeführt