Stapeln von Frischholz in Down Under

Mit der neuen Zuschnitt- und Stapelanlage kann AAM Timber in Australien seine Produktivität steigern und die manuelle Arbeitsbelastung für seine Mitarbeiter verringern.

Das südaustralische Traditionssägewerk N.F. McDonnell & Sons aus Mount Gambier wurde 2021 von der AAM Investment Group übernommen und firmiert heute als AAM Timber. Die Zusammenarbeit mit dem Maschinenbauer Kallfass aus Klosterreichenbach/DE begann bereits im Jahr 2015. Damals installierte Kallfass vor Ort ein Sortierwerk mit Stapelanlage. 2025 entschied sich AAM Timber erneut für Kallfass als Lieferanten und investierte in eine neue Zuschnitt- und Stapelanlage für Hauptware.

AAM Timber ist auf die Verarbeitung von frischem Nadelschnittholz spezialisiert und beliefert die Verpackungs- und Landschaftsbaubranche mit maßgeschneiderten Zuschnitten und Sonderformaten zur Herstellung von Holzverpackungen, Paletten und Zäunen. Die angestrebte Einschnittleistung beziffert der technische Projektleiter von AAM Timber Stewart Kanahs mit rund 460.000 m³ pro Jahr. Die neue leistungsstarke Hauptwarenstapellinie mit Mehrfachablängsäge von Kallfass soll die geplante Produktionssteigerung gewährleisten.

AAM Projekt-Team

Das Hauptprojektteam mit Jason Rice, Stewart Kanahs und Josh Nobes von AAM Timber Mount Gambier (v.l.n.r.)

Flexible Übergabe

Kallfass kann die Hauptware dank eines verfahrbaren Kettenförderers direkt aus der vorgelagerten HewSaw-Sägelinie oder vom bestehenden Kallfass-Sortierwerk übernehmen. Um diesen Kettenförderer unabhängig von der Sägelinie einsetzen zu können, wurden Pufferförderer mit Stopperklinken integriert. Die Ware kann entweder der neuen Hauptwarenstapelung von Kallfass oder einer bestehenden Stapelanlage zugeführt werden. Über einen ansteigenden Pufferförderer gelangt die Ware zu einem Stufenschieber, wird anschließend vereinzelt und dann in Förderrichtung rechtsbündig ausgerichtet. Ein Bediener kann die Ware am nachfolgenden Beurteilungskettenförderer visuell prüfen und manipulieren.

Kallfass Zuschnitt- und Stapelanlage

Seit vergangenem Jahr ist bei AAM Timber eine neue Zuschnitt- und Stapelanlage in Betrieb – die Installation der neuen Stapelanlage war platztechnisch anspruchsvoll.

Nach der anschließenden Lagenbildung erfolgt die Zuführung zur Mehrfachablängsäge von Kallfass. Diese ist mit fünf automatisch positionierbaren Sägeaggregaten ausgestattet. Die kürzeste Schnittlänge beträgt 840 mm. Das Restholz fällt nach unten auf ein Abfallband und wird zu einem zentralen Muldenband unterhalb der HewSaw-Linie transportiert.

Kallfass Mehrfachablängsäge

Die Kallfass Mehrfachablängsäge ist mit 5 Sägeaggregaten ausgestattet.

Stapeln in variablen Breiten

Die nachfolgende Stapelmaschine von Kallfass arbeitet mit einer Leistung von 14 Lagen pro Minute und erzeugt Stapelbreiten von 800 – 1.200 mm. Sie verfügt über acht Leistenmagazine, die manuell auf verschiedene Leistendimensionen umgerüstet werden können. Ein Kettenförderer bringt die Leistenpakete zu den Magazinen, die manuell durch den Bediener befüllt werden.

Die fertig gestapelten Pakete gelangen anschließend zu einer Umreifungsanlage von Fromm. Hier werden Kanthölzer untergebunden, die automatisch aus zwei Kantholzmagazinen zugeführt werden bevor sie auf einen Paketförderer zur Paketentnahme per Gabelstapler gelangen.

Neue Fördertechnik für Seitenware

Neben der Stapelung der Hauptware lieferte Kallfass auch die Fördertechnik für den neuen Seitenwarenabwurf aus der HewSaw-Linie. Die Seitenwarenbretter fallen vom Abscheider auf einen Kettenförderer mit Mittnehmern und von dort weiter auf ein Band, welches die Bretter an einen Dachkettenförderer übergibt. Anschließend richtet der Rollenförderer die Ware linksbündig aus und transportiert sie zu einem bestehenden Pufferförderer weiter. Dieser führt die Bretter schließlich dem bestehenden Kallfass-Sortierwerk zu.

Hans Haist, Geschäftsführer und Projektverantwortlicher bei Kallfass, hebt hervor, dass neben den hohen Leistungsanforderungen an die Stapelline auch die Bediensicherheit der Anlage für AAM Timber eine maßgebliche Rolle spielte. So wurden bei den Leistenmagazinen die Leistenschächte extra erhöht und vier Einzellichtschranken installiert, um mögliche Bedienfehler beim Befüllen der Magazine zu vermeiden.

Außerdem war der vorhandene Platz eine Herausforderung. Die neue Stapelanlage musste passgenau auf den Platz eines bestehenden Staplers gestellt werden, denn die fertigen Pakete werden aus Platzgründen durch die bestehende Sortieranlage zur Abnahme geführt. Zudem musste die Paketentsorgung einer bestehenden Hauptwarenstapelanlage an die neue Entsorgung angebunden werden.

Inbetriebnahme nach sechs Monaten

Der Projektaustausch gestaltete sich aufgrund des großen Zeitunterschieds zwischen Deutschland und Australien nicht ganz einfach. Da war es von Vorteil, dass Kallfass die Bestandssituation bei AAM Timber bereits genau kannte. Dennoch ließ sich das Projekt in der letzten Phase schnell umsetzen: Von Montagebeginn bis zur Inbetriebnahme vergingen nur sechs Monate.

Laut den Projektverantwortlichen von AAM Timber war die Zusammenarbeit zwischen Kallfass und AAM Timber äußerst effektiv. Sowohl Kallfass als auch Tui Technology und Fromm leisteten während der gesamten Projektdauer Unterstützung – sowohl aus der Ferne als auch vor Ort. Da das Projekt alle zentralen Leistungskennzahlen erfüllt hat, kann AAM Timber nun weitere Produktivitätssteigerungen sowie eine Verringerung der manuellen Arbeitsbelastung für seine Mitarbeiter erwarten.

Stapelpakete mit Umreifung und Kantholzunterlegung

Das Ergebnis: Saubere und umreifte Schnittholzstapel made in Australia

Kallfass Vereinzeler

Der Stufenschieber übergibt die Ware dem Vereinzeler, um anschließend Lagen zu bilden.

Kallfass stick magazines

Die acht Leistenmagazine können manuell auf verschiedene Leistendimensionen umgerüstet werden.

Bilder: AAM Timber

Holzkurier 44/2026