Emptying sorting box

Sortierwerk kann trocken und nass

Sortierung und Stapelung von Trockenholz und Frischholz in einer Anlage. Mostovdrev in Weißrussland investierte knapp 2,5 Mio. Euro in ein automatisches Sortierwerk von Kallfass.

Die Aktiengesellschaft Mostovdrev ist eines der größten Holzverarbeitungsunternehmen in der Republik Belarus. Ihre Produkte für die Möbel-, Bau- und Veredelungsbranche werden nicht nur innerhalb Belarus vertrieben, sondern auch in die GUS-Staaten, nach Europa und in den Nahen Osten exportiert. Mostovdrev legt Wert auf eine strenge Qualitätskontrolle und den Einsatz modernster Produktionstechnologien. So entschied sich das Unternehmen ihr Sägewerk um eine neue, kombinierte Schnittholzsortierung mit angeschlossener Stapelanlage von Kallfass zu erweitern. Die Installation wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen und die Anlage in Betrieb genommen. Das erklärte Produktionsziel von Mostovdrev ist eine Einschnittsleistung von 100.000 m³ pro Jahr.

Vertical Box Sorter

Kallfass-Schnittholzsortierung mit 20 vertikalen Boxen plus Irrläuferbox

Transparente Abläufe im Sortierwerk

Am Standort Mosty werden im Zweischichtbetrieb sowohl Trockenholz als auch Frischholz aus Fichte und Kiefer verarbeitet. Die Haupt- und Seitenware wird aus der EWD-Sägelinie übernommen und auf verschiedenen Pufferförderern zur Vereinzelung bereitgestellt. Alternativ kann die getrocknete oder feuchte Ware auch über eine Kippentstapelung der Vereinzelung zugeführt werden. Ein Paketförderer vor der Kippentstapelung puffert bis zu 3 Pakete mit Größen von 1,5 x 1,5 und 1,2 x 1,2 m. Das vereinzelte Schnittholz wird aufgestaut und in einen Beurteilungskettenförderer zur manuellen Qualitätskontrolle eingetaktet. Jedes Brett wird dabei einzeln aufgenommen, zur beidseitigen Begutachtung gedreht und auf dem Transport wieder abgelegt. Ein Mitarbeiter beurteilt die Ware und kann Kappschnitte durch Verziehen waldkantiger Hölzer durchführen. Im Anschluss wird die Ware auf ihre Dimension vermessen und klassifiziert der Sortierung zugeführt. Mostovdrev hat sich für eine raumsparende Boxensortierung mit 20 vertikalen Boxen plus einer Irrläuferbox entschieden, die mit Schnittholzlängen von 2.000 bis 6.200 mm bei einer Leistung von 60 Takten/min befüllt werden können. Sortierprogramme mit einer Kallfass-Visualisierungssoftware erleichtern die Verwaltung und erhöhen die Transparenz der Abläufe im Sortierwerk. Fehlermeldungen und Brettdaten können archiviert und protokolliert werden.

Stick placement with magazines

Leistenmagazine zum automatischen Legen von Trockenleisten auf Stapellagen

Stapeln mit automatischer Leistenlegung

Zum Stapeln des sortierten Schnittholzes werden die ersten 5 Boxen der Sortierung zunächst entgegen der Transportrichtung auf einen Förderer entleert und erst dann in Transportrichtung weiterbefördert, um ein Verkanten der Hölzer zu vermeiden. Die Charge muss anschließend vereinzelt werden, um Lagen mit Breiten zwischen 1.200 mm für Versandpakete und 1.500 mm für Trocknungspakete bilden zu können. Die nachgelagerte Kallfass-Mehrfachablängsäge ist mit 4 frei positionierbaren Sägeaggregaten ausgestattet und schneidet die besäumte Ware lagenweise präzise auf die gewünschten Längen zu (kürzeste Kapplänge 1.200 mm). Hinterlegte Schnittprogramme erleichtern bei Bedarf einen schnellen Chargenwechsel.

In der Stapelmaschine können Einzellagen in Ein- oder Mehrfachlänge zu maximal 1.500 mm breiten Paketen gestapelt werden. Stapelgabeln nehmen die einzelnen, geschnittenen Lagen auf und legen Sie auf das zu bildende Paket ab. Die Legung der Trocknungsleisten zwischen jeder Lage erfolgt automatisch und in einem definierten Abstand mit 12 Leistenmagazinen. Versandleisten werden manuell gelegt. Die fertigen Pakete mit einer maximalen Länge von 6.000 mm werden zum Schluss noch mit einem Etikett gekennzeichnet und erhalten eine Umreifung zur Erhöhung der Stabilität.

Assessment chain conveyor_measurement

Klassifizierung des Schnittholzes vor der Sortierung durch Qualitätsbeurteilung mit Beurteilungskettenförderer (hinten) und Dimensionsvermessung (vorne)

Feeding box sorter

Beschickung der Senkrechtboxensortierung mit 60 Takten/min

Emptying sorting box

Entleerung der Boxen auf einen Entleerförderer, die ersten 5 Boxen entgegen Transportrichtung, um ein Verkanten zu vermeiden

Unscrambling_Separating

Vereinzelung der Chargen nach der Entleerung zum anschließenden Lagenbilden

Multiple cross-cut saw

Die Kallfass-Mehrfachablängsäge schneidet das Holz lagenweisen auf gewünschte Längen

Stick placement with magazines

Leistenmagazine zum automatischen Legen von Trockenleisten auf Stapellagen

Zuführung Schnittholz aus Sägelinie, feeding timber from saw line

Flexible Sortierung

Aufgrund eines Brandes musste die Sortieranlage im Sägewerk Kolb wieder aufgebaut werden. Aufgrund des durchdachten Konzeptes entschieden sich Wolfgang und Fabian Kolb für Kallfass als Ausrüster.

Am 30. Mai 2020 zerstörte ein Feuer das Sortierwerk des Sägewerk Kolb, Ruppertshofen/ DE. Das rasche Einschreiten der Feuerwehr sowie eine Sprinkleranlage verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf die Sägehalle beziehungsweise umliegende Gebäude. Das Sortierwerk wurde aber völlig zerstört. Der Wiederaufbau stand sofort wieder fest. Obwohl das neue Sortier- und Stapelwerk wieder am gleichen Ort wie bisher aufgebaut wurde, gab es aufgrund von Bauvorschriften eine Verzögerung. Rund 14 Monate später – im Sommer dieses Jahres – konnte man im Sägewerk Kolb das neue Sortierwerk in Betrieb nehmen.

Zuführung Schnittholz aus Sägelinie, feeding timber from saw line

Zuführung aus der Sägelinie: oben geht die Seitenware in Richtung der Boxen, unten fährt die Hauptware zur Stapelanlage.

Das beste Konzept

Beim Ausrüster für die neue Anlage fiel die Wahl auf den Mechanisierungsspezialist Kallfass aus Baiersbronn-Klosterreichenbach/ DE. „Wir haben uns natürlich verschiedene Ausrüster angesehen. Kallfass hat uns aber das beste Konzept angeboten“, begründet Wolfgang Kolb die Entscheidung, welche er gemeinsam mit seinem Sohn, Fabian Kolb, getroffen hat. Besonders ein Punkt hat den beiden gefallen: „Kallfass war der Einzige, der für uns eine kombinierte Lösung für die Haupt- und Seitenware erarbeitet hat beziehungsweise die Idee dazu hatte. Neben der räumlichen Nähe zu Baiersbronn und dem guten Ruf von Kallfass war dies letztlich der ausschlaggebende Punkt“, führt Kolb aus.

„Kallfass war der Einzige, der uns eine kombinierte Anlage für Haupt- und Seitenware angeboten hat.“

Wolfgang Kolb, Inhaber Sägewerk Kolb

Vermessung Schnittholzdimensionen, measuring timber dimensions

Die Seitenware sowie kleinere Hauptwarendimensionen werden in Länge, Breite und Stärke vermessen …

Befüllung Schrägboxen, Charging of inclined boxes

… und anschließend in eine der 75 Schrägboxen eingeteilt.

Kein Mitarbeiter für die Seitenware

Kallfass lieferte an Kolb ein komplettes Sortierwerk mit 75 Boxen sowie eine Stapelanlage und die Anbindung an das Sägewerk. Beim Rundgang verweist Kallfass-Geschäftsführer Hans Haist auf die Vereinzelung hinter der Besäumkreissäge: „Je nach Schnittbild kommen bis zu fünf Bretter dicht nebeneinander am bestehenden Querförderer an. Damit ein kontinuierlicher und störungsfreier Weitertransport gewährleistet werden kann, wurde von uns in diesem Bereich noch eine Vereinzelung mittels eines Eintakters im Sägewerk eingebaut. Die Seitenware aus der Besäumkreissäge gelangt über ein Förderband auf das obere Deck im Sortierwerk. Über einen Bogenförderer geht es weiter auf einen Querförderer in Richtung der Boxen. In diesem Bereich erfolgt noch die Eintaktung in eine Mitnehmerkette sowie die Vermessung in Länge, Breite und Stärke. Diese Daten werden für Boxeneinteilung herangezogen. Dann geht es für die Bretter weiter in eine der 75 Boxen. „Das Besondere hier ist, dass die Seitenwarensortierung im Prinzip mannlos funktioniert. Bei Bedarf greift der Mitarbeiter, der quasi eine Etage tiefer bei der Beurteilung steht, in den Ablauf ein“, führt Kallfass-Projektleiter Dominik Hauser aus. Die gesamte Anlage lässt sich also mit nur einem Mitarbeiter bedienen.

Kallfass installierte bei Kolb die bewährten Schrägboxen. „Der Vorteil ist, dass die Bretter durch die Füllstandsregelung nur eine minimale Fallhöhe haben es und es dadurch zu weniger Bruch kommt“, erklärt Haist. „Zudem fasst eine Box etwa die doppelte Menge als bisher“, ergänzt Fabian Kolb. Ist eine Box entsprechend gefüllt, erfolgt die Entleerung nach unten. Über einen Längsförderer und eine Vereinzelung geht es zur Beurteilungsstation. Der Mitarbeiter kann bei Bedarf noch Bretter mit Waldkante oder nicht passender Qualität mittels einer Klappe nach unten ausschleusen. Danach passieren die Bretterlagen die bewährte Mehrfachablängesäge von Kallfass. Diese ist mit einer Null- und drei variablen Sägeaggregaten ausgestattet. Zu guter Letzt werden die Lagen an die Stapelanlagen mit automatischer Leistenlegung übergeben, die fertigen Pakete fahren nach unten und werden vom Staplerfahrer noch händisch umreift. Hier soll noch demnächst eine automatische Umreifungsanlage installiert werden.

Auch Hauptware automatisch stapeln

Wie eingangs erwähnt, kann Kolb aber auch Hauptware bis 6 m Länge über die neue Kallfass-Anlage fahren. Diese gelangt von der Nachschnittkreissäge über ein Förderband auf die untere Etage im Sortierwerk. Von dort geht es über eine Vereinzelung zum Mitarbeiter und nimmt dann mit der Mehrfachablängsäge und Lagenbildung den gleichen Weg zur Stapelmaschine wie die Seitenware. „Dass wir die Seiten- und einen Teil der Hauptware über die gleiche Anlage fahren können, bringt uns eine enorme Flexibilität“, bekräftigt Wolfgang Kolb.

Die neue Kallfass-Anlage ist auf Längen von 2,5 bis 6 m sowie bei der Seitenware auf eine Stärke von 18 bis 100 mm ausgelegt. Bei der Stapelung der Hauptware beziffert Haist die Stärke mit 120 mm. Das Sortierwerk ist auf eine Leistung von bis zu 50 Takten pro Minute ausgelegt, die Stapelanlage auf bis zu zehn Lagen pro Minute. Die Schaltschränke und Elektronik brachte Kallfass in einem Container unter, der fixfertig bei Kolb angeliefert wurde. Außerdem lieferte der Ausrüster auch die gesamte Steuerung. Aufgrund der Lage des Sägewerks – das Areal ist auf zwei Seiten von einem Bach begrenzt – baute Kallfass die neue Sortier- und Stapelanlage um 0,5 m nach oben. Auch die Hallenwände, übrigens in BSP gefertigt, haben den gleichen Abstand zum Boden. „In diesem Bereich befindet sich auch kein Motor. Damit ist im Falle eines Hochwassers die Anlage rasch wieder einsatzfähig“, informiert Haist.

Zweite Zuführung von Schnittholz in die Fertigung, second feeder of timber to production

Um das getrocknete Schnittholz nachsortieren beziehungsweise umstapeln zu können, installierte Kallfass noch eine Fremdaufgabe.

Projektteam Kolb und Kallfass, project team Kolb and Kallfass

Hans Haist (li.) und Dominik Hauser (re.) mit Wolfgang (2. v. li.) und Fabian Kolb im neuen Sortierwerk.

Mehrfachablängsäge mit vier Sägen, multiple cross-cut saw with four trimmer saws

Mit der Mehrfachablängsäge von Kallfass lassen sich die Haupt- und Seitenware noch final kappen, bevor das Holz in die Stapelanlage gelangt.

Visuelle Qualitätskontrolle von Schnittholz, visual quality control of sawn wood

Das neue Sortier- und Stapelwerk konzipierte Kallfass sowohl für die Hauptware …

Visuelle Qualitätskontrolle von Schnittholz, visual quality control of sawn wood

… als auch für die Seitenware. Unpassende Hölzer kann der Mitarbeiter mittels einer Klappe nach unten ausschleusen.

Bilder und Text Martina Nöstler, Holzkurier

Holzkurier 47/2021

Schrägboxensortierung

Schmuckstück:
Neues Schwachholzsägewerk

Smart, sauber und sicher

Im Dezember 2019 fiel der Startschuss in Wunsiedel, genau ein Jahr später fuhr der erste Stamm über die neue Linie – in der wohl schwierigsten Zeit ging der Bau des Sägewerkes von GELO Timber über die Bühne. Trotz aller Widrigkeiten aufgrund der Coronapandemie konnte der ohnehin straffe Zeitplan eingehalten werden.

Mit der Hauptware, überwiegend BSH-Lamellen, sollen hauptsächlich die Leimholzwerke versorgt werden. Die Seitenware, welche selbst nicht weiterverarbeitet werden kann, geht an Verpackungskunden. „Mit dem Sägewerk soll sich künftig der Zukauf der beiden Unternehmen deutlich reduzieren. Eine 100 %ige Eigenversorgung ist aber nicht möglich“, erläutert Küspert. Wunsiedel hat sich als Standort vor allem deshalb als günstig erwiesen, da GELO Timber dort mit der WUN Bioenergie unter anderem einen Pelletsproduzenten und Heizkraftwerksbetreiber als Nachbar hat. WUN Bioenergie ist aber nicht nur irgendein Nachbar: Küspert ist Mitinitiator des Energieparks und zudem Gesellschafter sowie Geschäftsführer. Dadurch ergeben sich tolle Synergien – quasi Sägerestholz im Austausch gegen Strom und Wärme. Küspert bezeichnet das Sägewerk als „smarte Lösung 4.0“.

Enormer Kraftakt

Im Dezember 2019 begannen die Bauarbeiten in Wunsiedel. Trotz der Coronapandemie konnte der ohnehin straffe Zeitplan eingehalten werden – nur ein Jahr später, im Dezember 2020, lief der erste Stamm durch die Sägelinie. „Es war für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung. Wir konnten die Anlage aber in der vorgegebenen Zeit in Betrieb nehmen“, sagt der Geschäftsführer und ist stolz auf die gute Zusammenarbeit. Vor wenigen Wochen startete man bereits mit der zweiten Schicht. Das Sägewerk ist auf einen jährlichen Einschnitt von 350.000 fm im Zweischichtbetrieb ausgelegt. „Das klingt vielleicht im ersten Moment nach nicht viel. Um diese Leistung zu erreichen, müssen aber über 18 Mio. lfm Rundholz pro Jahr die Anlage passieren. In unserem Sägewerk in Weißenstadt, wo wir stärkere Durchmesser verarbeiten, sind es nur rund 4 Mio. lfm bei einem Einschnitt von 250.000 fm/J“, führt Küspert aus. Das Sägewerk in Wunsiedel ist auf einen Zopfdurchmesser von 8 bis 25 cm sowie eine Holzlänge von 2,5 bis 5,3 m ausgelegt.

Gelo Boxensortierwerk

Gute Zusammenarbeit: Wolf-Christian Küspert (li.) mit Kallfass-Projektleiter Matthias Link

Sauber sortiert und paketiert

Die Haupt- und Seitenwarenbretter aus der HewSaw-Sägelinie gelangen auf zwei Decks in Richtung der Sortier- und Stapelanlage von Kallfass, Baiersbronn-Klosterreichenbach/DE. Außerdem realisierte der Mechanisierungsspezialist eine automatische Leistenzuführung. Die Haupt- und Seitenware werden über einen Vereinzeler auf einen Bogenförderer gebracht. Auf dem nachfolgenden Förderer beurteilt der Mitarbeiter die Hölzer. Ist ein Stirnschnitt vorzunehmen, zieht er das Brett bis zu 0,5 m vom Förderer ab. Bei der Besichtigung verweist Kallfass-Projektleiter Matthias Link auf die Rollen – damit lassen sich auch schwere Bretter einfach bewegen.

Im Querdurchlauf folgt die Eintaktung mit einem Tongloader in Richtung des Scanners und des Trimmers. Der Tongloader greift jedes Stück – ähnlich einer Hand –, vereinzelt den Brettfilm und taktet es in den nächsten Förderer ein. Der wesentliche Vorteil des Tongloader ist, dass er mit unterschiedlichen Schnittholzdimensionen auch von Stück zu Stück zurechtkommt. Die Leistung im Kallfass- Sortierwerk beziffert Link mit bis zu 120 Takten pro Minute.

Ein Microtec-Scanner ermittelt die Dimension und erkennt die Waldkante. Mittels der Sortiersteuerung Variosort erhält jedes Brett die entsprechende Boxennummer beziehungsweise die Information für den nachfolgenden Kallfass-Trimmer. Letzterer verfügt über sieben Sägen und kann außerdem einen Zerstörschnitt durchführen. „Zusätzlich kann der Bediener durch eine Farbmarkierung den Brettern weitere Merkmale, wie Käferschaden, Bläue oder Fäule, zuweisen“, erklärt Link.

„Wir haben ein absolutes Schmuckstück und sind stolz, das Werk zeitgerecht in so einer herausfordernden Zeit starten zu können.“

Wolf-Christian Küspert, Geschäftsführer GELO Timber

Um 30 % größere Boxen

GELO Timber entschied sich für 40 Schrägboxen. Um den Staplerverkehr am Gelände einzuschränken, kann die Kallfass-Anlage Pakete bis zu 1,65 m Breite und 2 m Höhe stapeln. Diese Dimension ermöglicht außerdem die bestmögliche Ausnutzung des Valutec-Kanaltrockners. Aus diesem Grund führte Kallfass die Schrägboxen größer als üblich aus. „Die Boxen sind etwa um 30 % größer“, beziffert der Kallfass-Projektleiter. Volle Boxen werden nach unten auf einen Querförderer entleert und mittels eines Stufenschiebers vereinzelt. Über dem Querförderer installierte Kallfass zudem die Nachsortierung der getrockneten Pakete – ein Trockenpaket ergibt bis zu zwei bis drei Versandpakete. Diese werden mittels Kippentstapelung lagenweise vereinzelt. Die Stapelleisten fallen automatisch auf ein Förderband und werden separat gesammelt.

Volle Boxen werden nach unten auf einen Querförderer entleert und mittels eines Stufenvereinzelers separiert. Über dem Querförderer installierte Kallfass zudem die Nachsortierung der getrockneten Pakete – ein Trockenpaket ergibt bis zu zwei bis drei Versandpakete. Diese werden mittels Kippentstapelung lagenweise vereinzelt. Die Stapelleisten fallen automatisch auf ein Förderband und werden separat gesammelt.

Sowohl die frische als auch trockene Ware kann ein Mitarbeiter bei Bedarf nochmals hinsichtlich der Qualität beurteilen, beziehungsweise unerwünschte Stücke aussortieren. Die Kallfass-Mechanisierung bildet anschließend je nach Paketvorgabe die Lagen, welche durch die Mehrfachablängsäge von Kallfass transportiert werden. Diese ist mit einer Null- sowie vier variablen Kappsägen ausgestattet. Ablegegabeln übergeben anschließend die fertigen Lagen an die Paketierung. Die Stapelleistung beträgt bis zu zwölf Lagen pro Minute.

Die Kallfass-Paketierung ist mit acht Doppelmagazinen für Trocken- und Versandleisten ausgestattet. Die Trockenleisten sind 1,6 m und die Versandleisten 1,2 m lang. Die Leistenlegung erfolgt automatisch. Fertige Pakete gelangen über einen Paternoster nach unten. Frische Ware gelangt von dort aus in den gegenüberliegenden Valutec-Kanaltrockner. Versandpakete kommen zu einer Fromm-Umreifungsstation, welche Kallfass noch mit einer automatischen Beschickung der Unterlagskanthölzer ausrüstete.

Wie eingangs erwähnt, lieferte Kallfass auch eine automatische Leistenzuführung für Trocknungs- und Versandleisten. Aufgrund der benötigten Menge an Trocknungsleisten wurde die Zuführung automatisiert. Die Leistenbündel werden auf einen Querförderer aufgegeben und vereinzelt. Ein Scanner überprüft die Dimension und erkennt Leistenbeschädigungen, wie etwa Astlöcher und Ausbrüche. Ungeeignete Leisten lassen sich über eine Klappe nach unten ausschleusen. Nach dem Scannen sammelt eine Vorrichtung die Leisten und fasst immer zehn Stück zusammen. Die Versandleisten werden über einen manuell befüllten Taschenförderer bereitgestellt. Ein Roboter greift die Leistenpakete und befüllt damit die Magazine der Stapelanlage. Der große Vorteil dieser Lösung besteht in der Möglichkeit, die Magazine variabel zu positionieren und dennoch automatisch zu befüllen.

 

Gelungenes Projekt

Die gesamte Administration des Sägewerks erfolgt bei GELO in Weißenstadt. Damit konnte die Belegschaft in Wunsiedel schlank gehalten werden. „Derzeit haben wir 32 Mitarbeiter im Zweischichtbetrieb. Mit nur elf Personen lässt sich das Sägewerk pro Schicht betreiben. Wir wollten ein absolutes Schmuckstück bauen – das ist uns auf jeden Fall gelungen. Alle Lösungen wurden genauso umgesetzt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Mit dem neuen Sägewerk sind wir gut für die Zukunft gerüstet“, meint Küspert. Besonders stolz ist der auf das Gesamtkonzept mit dem benachbarten Pellets- und Heizkraftwerk – „ein Standortvorteil, den einem keiner wegnehmen kann“.

Die Gesamtinvestition belief sich auf 38,5 Mio. €. Der Sägewerksstandort umfasst 11 ha, 7 ha davon werden derzeit genutzt. Für das restliche Gelände hat Küspert auch schon Ideen: „Aber zuerst wollen wir einmal das Hauptaugenmerk auf das neue Sägewerk legen“, sagt der Geschäftsführer abschließend.

Vereinzeler

Haupt- und Seitenware gelangt über zwei Pufferdecks und Bogenförderer in die Sortier- und Stapelanlage.

Für einen Endenschnitt zieht der Mitarbeiter die Bretter nach vorne, Rollen erleichtern die Arbeit.

Eintaktung mit Tongloader

Der Tongloader sorgt für eine rasche Eintaktung in Richtung des Scanners und der Schrägboxen.

Mehrfachablängsäge mit vier variablen Sägen

Die Mehrfachablängsäge von Kallfass kappt die Lagen mit einer Null- und vier variablen Sägen.

Leisten-Doppelmagazine

GELO Timber setzt für die einfachere Befüllung der Doppelmagazine auf einen Leistenroboter von Kallfass.

Gestapeltes Schnittholzpaket

Eines der ersten fertigen Schnittholzpakete von GELO Timber in Wunsiedel, sauber geschnitten, gestapelt und getrocknet, für die Leimholzproduktion.

Bilder und Text Martina Nöstler
Holzkurier 11/2021

Kallfass-Hegener_Zufuehrung-von-Saege

Flexibilität auf eine neue Ebene gehoben

Sägewerk Hegener-Hachmann

Am 12. Oktober 2019 nahm man bei Hegener-Hachmann das neue Sägewerk in Betrieb. Es handelt sich wohl um einen der flexibelsten Produktionsabläufe, die in einem mittelständischen Sägewerksbetrieb jemals realisiert wurden. Dieser war für alle Beteiligten eine planerische und technische Herausforderung.

„Hanxleden 4.0 Onlinesägewerk – innovatives, ressourcenschonendes Sägewerkskonzept für KMU“ – so lautete der Projekttitel des knapp 11 Mio. €-Investments bei Hegener-Hachmann, Schmallenberg/DE. Genau ein Jahr, von Oktober 2018 bis Oktober 2019, dauerte der Neubau. Nach weiteren zwölf Monaten ist man rechnerisch bei der geplanten Einschnittmenge angekommen. Aber von Anfang an.

Hegener
Kallfass-Hegener_Sortimente-gemischt

Möglichst alle Ressourcen nutzen
Hubertus Hegener-Hachmann führt das Unternehmen mittlerweile in der vierten Generation. Ihn unterstützt maßgeblich Markus von Weichs, der als Geschäftspartner im Wesentlichen für den Rundholzeinkauf zuständig ist. Entstanden aus einem Forstbetrieb samt ursprünglich kleinem Sägewerk als Nebenerwerb, investierte Hegener-Hachmann 2007 in den ersten Ausbau – damals mit einem gebrauchten Gatter und einer Nachschnittkreissäge. „Um unseren Betrieb zukunftsfähig zu machen und nach Möglichkeit viele verschiedene Rundholzsortimente, auch teils aus dem eigenen Forst, einschneiden zu können, haben wir uns für einen kompletten Neubau entschieden. Unter anderem konnten wir so während der Bauphase am Standort unabhängig weiterproduzieren. Unser Ziel ist es, die eingesetzten Ressourcen über den gesamten Produktionsprozess schonend und effektiv zu nutzen“, erzählt Hegener-Hachmann. „Wir wollen alles an einem Standort aufarbeiten. Nur durch eine breite Aufstellung haben wir als mittelständischer Betrieb unsere Daseinsberechtigung.“ Damit meint er nicht nur das klassische Schnittholz, wie KVH-Rohware, Bau- oder Gartenholz. Hegener-Hachmann ist für seinen Massivholzboden aus Laub- und Nadelholz unter dem Namen „Gutshofdiele“ in der Region bekannt. Zudem verarbeitet man Lärche, Douglasie und starke Fichte.
Da das Gesamtprojekt als „Leuchtturmprojekt“ überregionalen Anschauungscharakter in Hinblick auf Flexibilität, Effizienz und Ressourceneinsparung aufweist, wurde es im Rahmen des Aufrufes „Ressource NRW“ mit EFRE-Mitteln des Umweltministeriums NRW in Höhe von 50 % der förderfähigen Bestandteile gefördert.
Entstanden ist ein modernes Sägewerk mit einem geplanten Jahreseinschnitt von mindestens 40.000 fm für Nadel- und Laubholz welches sich in den Abläufen hochkomplex zeigt. Hegener-Hachmann entschied sich bei der Einschnitttechnik für eine geneigte EWD-Blockbandsäge samt Spaner für Stämme bis 10,5 m Länge und 1,3 m Durchmesser. Das Holz kommt zu rund 70 % online vom Rundholzplatz ohne Vorsortierung zum Einschnitt. Bei der Mechanisierung sowie der Sortier- und Stapelanlage setzt Hegener-Hachmann auf das Können von Kallfass, Baiersbronn/DE. „Für uns war neben der Wirtschaftlichkeit der Investitionssumme ausschlaggebend, welchem Ausrüster man vertraut, gemeinsam diesen Weg zu gehen. Außerdem hat uns die Lösung von Kallfass sehr gut gefallen und das Unternehmen gab uns die Zusage, das Projekt auch in der veranschlagten Zeit umsetzen“, begründet Hegener-Hachmann. „Große Herausforderungen für uns waren der Online-Einschnitt und zudem die große Varianz der Produktdimensionen“, erinnert sich Kallfass-Geschäftsführer Hans Haist. Kallfass lieferte zudem die Steuerung für das Sortierwerk. „Unsere Programmierer hatten mit den anspruchsvollen Hölzern und unterschiedlichen Dimensionen eine große Aufgabe“, umschreibt Haist.

Vieles ist möglich
Das Rundholz wird grundsätzlich an der Blockbandsäge vorgeschnitten und nach dem Nachschnitt an der Combimes-BNK und/oder dem Gatter in das Sortier- und Stapelwerk von Kallfass gefördert. Es gibt aber noch zwei weitere Optionen: „Produkte mit mehr als 6 m Länge und über 105 mm Stärke sowie Blockwaren oder hochwertige Einzelstücke können in den Sonderabwurf 1 am Gatter oder den Sonderabwurf 2 hinter der BNK gefördert werden. Diese lassen sich dort anschließend per Hubwerk schonend auf die untere Ebene bringen“, erklärt Hegener-Hachmann.

50 Boxen und Mehrfachbelegung
Hölzer bis 105 mm Stärke, 300 mm Breite und 6 m Längen kommen bei Hegener-Hachmann ins Kallfass-Sortierwerk. Hier stehen 50 Schrägboxen zur Verfügung. Bei Schrägboxen gleitet das Holz bei der Entleerung unten sanfter auf den Kettenförderer, was vor allem bei Laubholz ein Vorteil ist. „Aufgrund unserer enormen Produktvielfalt beziehungsweise der vielen Holzarten belegt der Rechner bei Bedarf eine Box oftmals mit drei verschiedenen Sortimenten“, erklärt Hegener-Hachmann. In dem Fall wird die Box beim Erreichen des Füllstands entleert und die nicht benötigte(n) Dimension(en) nochmals über eine Rückführung geschleust und erneut einsortiert.
Die zu stapelnden Hölzer werden vereinzelt und nochmals hinsichtlich der Qualität von einem Mitarbeiter im Querdurchlauf begutachtet. Nicht entsprechende Werkstücke lassen sich hier nochmals ausschleusen oder kürzen. Die Bretter gelangen dann durch die CNC-Mehrfachablängsäge von Kallfass: Diese kappt die Hölzer je nach Anforderung mit einer Null- sowie vier variablen Sägen. „Die Kappung läuft tadellos und millimetergenau“, bestätigt der Bediener. Im Anschluss erfolgen die Lagenbildung sowie die Paketierung. Die Leistung beziffert Haist mit bis zu zehn Lagen beziehungsweise 60 Brettern pro Minute bei der Eintaktung. Die Paketieranlage ist mit acht Magazinen mit automatischer Leistenlegung ausgestattet.
Fertige Pakete kommen mit einem Hubwerk nach unten. Sie werden – aufgrund der Platzverhältnisse – auf einen einseitig gelagerten Rollenförderer abgesetzt. Dieser schwenkt das Paket, auf Schienen geführt, um 90°. Danach werden die Pakete umreift und zum Versand bereitgestellt. Halbe Pakete oder Pakete, die nach der Trocknung ungelattet aufgepackt werden müssen, können über die angebundene Kippentstapelung im erneuten Durchlauf durch das Stapelwerk neu kommissioniert werden.
Sowohl das Sägewerk Hegener-Hachmann als auch Kallfass bestätigen eine zufriedenstellende Umsetzung und Inbetriebnahme. Nun steht die gemeinsame kontinuierliche Verbesserung der innerbetrieblichen Abläufe und des Datenflusses im Vordergrund.

Kallfass-Hegener_Zufuehrung-von-Saege

Kallfass lieferte einen Großteil der Mechanisierung bei Hegener-Hachmann im Sägewerk sowie die komplette Sortier- und Stapelanlage

Kallfass-Hegener_Sortimente-gemischt

Eine Besonderheit: Hegener-Hachmann kann verschiedene Dimensionen in eine Box sortieren.

Hegener_Beurteilung

Ein Mitarbeiter wirft noch einen letzten Blick auf die Bretter, bevor sie in die Stapelanlage kommen.

Hegener_Crosscutting

Kallfass installierte auch die bewährte CNC-Mehrfachablängsäge.

Hegner_Paket-Drehung

Spezialität aufgrund der Platzverhältnisse: Die Pakete kommen rechts von der Stapelanlage auf die untere Ebene, werden auf Schienen um 90°geschwenkt und gelangen dann zur Umreifungsstation.

Hegener

Gute Zusammenarbeit: Markus von Weichs, die Kallfass-Geschäftsführer Hans Haist und Ernst Kallfass sowie Hubertus Hegener-Hachmann (v.li.).

Hegener_Gutshofdiele

Unter dem Namen Gutshofdiele vermarktet das Sägewerk Hegener-Hachmann seine hochwertigen Massivholzböden aus Nadel- und Laubholz.

Sortierung_Etagensortierung

Produktion verdoppelt

Claude Schnepf, Geschäftsführer SCS, beschäftigt 70 Mitarbeiter, davon 40 direkt im Sägewerk im elsässischen Steinbourg/FR. SCS erwirtschaftet einen Jahresumsatz von 22 Mio.€. Schnepfs Ziel ist es, 30 Mio.€ Umsatz/J zu erreichen. Darum entschied er sich, seine bestehende Anlage zu verdoppeln. Die Kosten für den Anlagenbau und den Umbau der Halle lagen bei gut 10 Mio.€.

Scierie et Caisserie de Steinbourg (SCS) ist eines der größten Buchenholzsägewerke in Frankreich. Die ursprüngliche Sägelinie bestand aus einer Blockbandsäge des französischen Herstellers Rennepont, einer Mechanisierung von Techrnan und einem Besäumer. Eine automatisierte Sortierung gab es nicht. Getrocknet und gedämpft wird das Buchenholz mit zwölf Frischluft-Abluft-Trockner von Mühlböck, fünf weitere sind in Planung. Die ursprüngliche Linie produzierte 50.000fm/J qualitativ hochwertiges Buchenschnittholz für die Möbelherstellung, Kantholz und Holz für die Palettenherstellung. 80 % der Produkte werden nach China, Asien, in die Levante-Region, nach Spanien, Italien und Deutschland exportiert. Schnepf hat sich aus mehreren Gründen für Kallfass als Partner des Großprojektes entschieden.

Die beiden wichtigsten waren die örtliche Nähe – das Werk von Kallfass ist nur gut 100km entfernt – und die sprachliche Verbundenheit. “Kallfass hatte eine tragende Rolle bei der Planung und der Umsetzung meiner neuen Sägelinie, die Zusammenarbeit hat perfekt funktioniert“; bekräftigt Claude Schnepf.

Das Projekt wurde sehr schnell umgesetzt. Die Planungsphase startete im Herbst 2016 und im Sommer 2018 ging die neue Linie schon in Betrieb.

Kapazitätsverdoppelung

Die neue Linie besteht aus einer Blockbandsäge von Primultini. Die Mechanisierung und die Sortieranlage sowie die Stapelung wurden von Kallfass geliefert. Die Besäumanlage stammt von EWD, eine Vielblattkreissäge kam von Primultini.

Der Teil der Anlage von Kallfass beginnt nach dem EWD-Besäumer. Das besäumte Schnittholz wird mittels einer Querförderanlage durch die kontaktlose Vermessung geführt. Die Dimensionsvermessung von Kallfass misst Dicke und Breite über einen Laser/ Encoder und die Länge wird über Lichttaster ermittelt. Die Qualitätsbeurteilung erfolgt durch Kreidestriche und Lumineszenstaster. Im Anschluss daran wird das Buchenschnittholz in dreizehn Etagen eingeordnet. Die Sortierung kann der Kunde ganz individuell bestimmen.

Sortierung_Etagensortierung

13 Etagen stehen nach der Sortierung zur Verfügung

Variieren einfach möglich

Wenn eine Box voll ist, wird diese automatisch zur Paketierung weitergeschickt, die Stapelung kann wahlweise mit Holz- oder Alulatten erfolgen. Das Lattenmagazin ist mit einer automatischen Leistenlegung ausgestattet. Die fertigen Pakete können durch eine Paketausgabe an der Außenwand vom Stapler abgeholt werden.

„Bei Ausführung unserer Anlage haben wir großen Wert darauf gelegt, dass keine Beschädigungen am hochwertigen Schnittholz entstehen“ erläutert Hans Haist, Geschäftsführer Kallfass.

Alles für die Palette

Das Schnittholz, das den Qualitätsansprüchen für die Möbelherstellung nicht entspricht, wie Kantholz mit Rotkern, wird in einer separaten Linie von der Kallfass CNC­-Crosscuttingsäge auf die gewünschte Länge abgelängt. Die CNC-Crosscuttingsäge verfügt über vier Kappsägen. Damit ist ein millimetergenauer Zuschnitt der Kanthölzer möglich. Kapplängen von 800 bis maximal 3200 mm sind möglich. Die gekappten Kanthölzer fahren zum Auftrennen automatisch weiter zur Vielblattkreissäge.

Mitarbeiter in Schulung

Durch die zweite komplette Sägelinie verdoppelt SCS seine Kapazität. Um die Maschinen voll auslasten zu können, müssen zusätzliche Mitarbeiter eingeschult werden. Für zwei Bandsägen sind derzeit vier Mitarbeiter im Zweischichtbetrieb zuständig.

Es soll aber zumindest einer hinzukommen. Am Besäumer sind ebenso vier Mitarbeiter beschäftigt und einer befindet sich derzeit in Schulung. „Ohne gute Maschinenbediener hilft mir die ganze neue, mögliche Produktionskapazität wenig. Wir versuchen, unsere derzeitigen Mitarbeiter gut zu schulen und neues Personal zur Unterstützung auszubilden“; fügt Schnepf abschließend hin.

Hans Haist, Claude Schnepf und Matthias Koch (EWD) vor der neuen Kallfass-Sortieranlage

Die CNC-Crosscuttingsäge besteht aus vier millimetergenau arbeitenden Kappsägen

Sortierung_Etagensortierung

13 Etagen stehen nach der Sortierung zur Verfügung

Das Lattenmagazin verfügt über eine automatische Leistenlegung

Die fertigen Stapel können von außen abtransportiert werden

Holzkurier 10/2020, Bilder und Text Ulrike Knaus

Sortierung_Boxensortierung

Ausgezeichnete Ressourcenschonung und Innovation

Mit Investition in neues Sägewerk stellt Hegener-Hachmann Produktionsprozess um und erweitert Einschnittkapazität
Im Hochsauerland-Kreis befindet sich ein vollständiges, neues Sägewerk im Aufbau, das künftig auch anderen KMU als Beispiel dafür dienen soll, wie die Nutzung des Rundholzes verbessert und die Effektivität der Sägewerksproduktion erhöht werden kann: Die Hegener-Hachmann GmbH & Co. KG hatte ihr Investitionsprojekt im April 2017 für den Aufruf zur Förderung kleiner und mittelständischer Unternehmen „Ressource NRW“ eingereicht und dafür im November 2017 den Zuwendungsbescheid erhalten. Noch im Oktober wird die Anlage in den Probebetrieb gehen und soll dann allen Interessierten zur Besichtigung offenstehen.

Sortierung_Boxensortierung

Kallfass-Sortierwerk mit 50 Schrägboxen für Dreifach-Belegung

Die Mehrfachablängsäge von Kallfass erzeugt Schnittlängen bis zu 600 mm min.

-Auszug aus Artikel-

Anlagenkonfiguration

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Die Sägewerksmechanisierung und das Sortier- und Stapelwerk lieferte Kallfass aus Baiersbronn. Das Schnittgut kommt mit 60 bis 80 Takten/min von der Nachschnittsäge oder von der Blockbandsäge bzw. der Gattersäge und kann über Kurvenförderer sowohl ins Stapelwerk als auch ins Sortierwerk transportiert werden. Ziel ist es, über 70 % der Produktion direkt zur Abstapelung zu schicken.

Für das Sortierwerk liegt die maximale Breite bei 280 mm und die maximale Dicke bei 100 mm. Die Vermessung der ankommenden Hölzer erfolgt in einem Raster von 500 mm. Das Sortierwerk läuft mit einer Leistung von bis zu 60 Takten/min. Die 50 Schrägboxen mit einer Größe von je 3 m³ können mit bis zu drei unterschiedlichen Breiten befüllt werden. Die Trennung erfolgt dann über eine Nachsortierung vor der Stapelanlage, von der aus zwei Breiten wieder in die Sortierung rückgeführt werden.

Eine Mehrfach-Ablängsäge kann Schnittlängen bis zu minimal 600 mm erzeugen, für die Stapelung müssen Längen unter 800 mm allerdings mit einer Doppellänge in der ersten Paketlage abgestapelt werden. Die Stapelmaschine mit automatischer Lattenlegung bildet 8 bis 10 Lagen pro Minute.

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Leuchtturmprojekt in Nordrhein-Westfalen

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Die Landesregierung NRW sieht den Betrieb als überregionales Leuchtturmprojekt. Besichtigungen sind nach Absprache mit den Geschäftspartnern Hegener-Hachmann und von Weichs möglich. Die Inbetriebnahme des Sägewerks ist für Mitte Oktober geplant.

Bilder von Kallfass, Text von Jürgen Härer, Holz-Zentralblatt, Ausgabe 40.

Diversifizierung

Diversifizierung mit Sägewerk

Seit einem Jahr gibt es in der europäischen Sägewerksbranche ein neues Gesicht: Grupo Losán aus dem spanischen La Coruña entschloss sich, am Standort Soria in ein Sägewerk zu investieren.
Die Besonderheit: Das Unternehmen setzte bei den Lieferanten fast ausschließlich auf deutsche Technik.

Deutsche Technik in Spanien: Linck installierte bei Grupo Losan eine Profilierlinie, Kallfass liefert die Mechanisierung und die Sortieranlage mit 45 Boxen

Das von den Brüdern Manuel, Luis und Emilio López Sánchez 1964 gegründete Unternehmen hat sich auf die Produktion von Span- und MDF-Platten, Furnier und Sperrholzplatten spezialisiert. Mittlerweile betreibt das Unternehmen elf Produktionsstandorte in Spanien, Rumänien, den Niederlanden, USA und in Chile. Das größte Spanplattenwerk befindet sich in Soria, das rund zwei Autostunden nordöstlich von Madrid liegt. An diesem Standort ist seit März 2017 das neue Sägewerk in Betrieb. Jorge A.
González Sánchez, Werksleiter in Soria, beschreibt im Holzkurier-Gespräch die Beweggründe für diese Investition: „Wir wollten eine Diversifizierung unserer Produkte und uns breiter aufstellen. Zudem können wir mit dem anfallenden Restholz unser Spanplattenwerk sowie das Biomasseheizkraftwerk in Soria versorgen.“

Mitten im Wuchsgebiet

Fährt man von Madrid in Richtung Soria, kann man sich aufgrund der kargen Landschaft kaum vorstellen, wie die Rundholzversorgung für das Sägewerk aussieht. Auf einer Hochebene auf über 1000 m Seehöhe gelegen, befindet sich Soria aber bereits mitten in einem der Kiefernwuchsgebiete Spaniens. Überwiegend verarbeitet Losán die dort vorkommenden Arten Pinus pinaster (Seekiefer) und Pinus sylvestris (Waldkiefer). Pinus radiata (Monterey-Kiefer), welche bessere Festigkeitseigenschaften aufweist, bringt man vom weiter nördlich gelegenen Baskenland nach Soria. Damit ist also die Rundholzversorgung gewährleistet. Zudem liegt Soria geografisch beziehungsweise logistisch günstig zu Madrid, Valencia oder Barcelona.

„WIR WOLLTEN UNS AUF DIE LIEFERANTEN VERLASSEN KÖNNEN UND EINEN SAUBEREN MASCHINENBAU – DARUM FIEL DIE WAHL AUF DEUTSCHE TECHNIK.“

Jorge A. González Sánchez, Werksleiter Losán in Soria

Verlässliche Lieferanten

Bei der Wahl der Ausrüster fiel die Entscheidung fast ausschließlich auf deutsche Technik.
Linck, Oberkirch/DE, zeichnete – mit Ausnahme einiger Installationen, welche Losán selbst durchführte – als Generallieferant für Rundholzplatz und Sägelinie verantwortlich.
Weitere Hauptausstatter im neuen Sägewerk sind Kallfass, Baiersbronn-Klosterreichenbach/DE, Vecoplan, Bad Marienberg/DE, Sennebogen, Straubing/DE, und Mahild, Nürtingen/DE. „Wir wollten die besten Lieferanten, sodass das Hochfahren des neuen Sägewerkes problemlos vonstattengeht“, begründet González die Entscheidung.
Und diese sei absolut richtig gewesen, wie er bestätigt: „Wir sind mit den Ausrüstern sehr zufrieden. Dies ermöglichte einen raschen Start.“ Das Sägewerk ging im Mai 2017 in Betrieb. Bereits nach zwei Monaten führte man eine zweite Schicht ein, nur sechs Monate später die dritte. Im nächsten Monat will man eine vierte Schicht dazuhängen.
Ursprünglich war vorgesehen, im neuen Sägewerk zu 50 % Konstruktionsholz (Dimensionen für den Holz- und Möbelbau) und zu 50 % Verpackungsware zu schneiden. Aufgrund der sehr guten Nachfrage nach Schnittholz für Paletten macht dieser Bereich aber derzeit 90 % der Menge aus. „Der Markt ist zwar wieder etwas ruhiger geworden, die Verpackung läuft aber nach wie vor“, meint González.
Die Linck-Lieferung beginnt, wie bereits erwähnt, am Rundholzplatz. Sennebogen-Umschlaggeräte bestücken den Aufgabetisch mit Rundholz. Nach der Vereinzelung passieren die Stämme eine Microtec-Vermessung. Zu starke oder schwache Hölzer werden automatisch ausgeschieden. Die nachfolgende Valon Kone-Entrindung ist mit acht Vorschubwalzen – vier davon sind angetrieben – ausgestattet. „Dies ist speziell für kurze Stämme von Vorteil“, weiß Martin Huber. Er ist bei Linck für die Projektplanung zuständig und betreute federführend die Installation bei Losán. Eine 3D-Vermessung von Microtec ermittelt erneut die Stammdaten, anhand derer die Einteilung in eine der zwölf Boxen erfolgt. Unter der gesamten Anlage installierte Losán in Eigenregie die Entsorgung der abfallenden Rinde ebenso wie die Betonboxen.

Volloptimierung – Wert vor Volumen

Die entrindeten Stämme werden nach Möglichkeit (Kiefer verblaut sehr schnell) nur kurz zwischengelagert, bevor sie zum Einschnitt gelangen. Die Sägelinie sowie das Schnittholzsortierwerk sind in einer bestehenden Halle untergebracht, welche Losán um 30 m erweiterte. Die Linck-Linie ist auf Rundholz von 2 bis 4,6 m sowie Zopfdurchmesser von 12 bis 40 cm ausgelegt. Aufgrund der Spezialisierung auf Palettenware sowie des Rohstoffes – Seekiefer ist mitunter sehr krumm gewachsen – schneidet Losán überwiegend Kurzholz mit 2,5 m Länge. Bei der Stammaufgabe installierte Linck eine heb- und senkbare Zwischenwand, damit auch die kurzen Hölzer möglichst „geordnet“ zur Vereinzelung gelangen. Die Vorschubgeschwindigkeit der Profilierlinie lässt sich von 30 bis 100 m/min stufenlos regeln.
Ab Blockzug passieren die Stämme zuerst eine Microtec-3D-Vermessung. Anhand der Daten ermittelt die Linck-Volloptimierung den bestmöglichen Einschnitt. „Im Programm sind sämtliche Schnittholzdimensionen sowie deren Wert hinterlegt. Die Optimierung errechnet in Brettbreite, -länge und -stärke für Haupt- und Seitenware ein passendes Schnittbild“, erklärt Huber. Dabei gilt: Wert- vor Volumenausbeute.

Geschnitten wird nach vorgegebenen Produktstückzahlen.

Die Rundholzbeschickung kann wahlweise mit Zopf oder Stock voraus erfolgen.
Entsprechend der Optimierung bringt das Einzugswerk den Stamm in die richtige Position. Der erste Spaner erzeugt zwei plane Flächen. Nach der Drehung des Models um 90° folgt die erste Profiliergruppe.
In einem Arbeitsgang greifen ein Spaner, ein Fräsaggregat sowie eine Kreissäge in das Model ein. Die Fräser spanen dabei die Stärke der Seitenwarenbretter ab, die Kreissägen trennen dann bis zu drei Seitenbretter je Seite ab. Diese werden separiert und in das Kallfass-Sortierwerk transportiert. Nach einer erneuten 90°-Drehung spant in der Nachschnittgruppe erneut ein Fräsaggregat die Seitenware. Unmittelbar danach folgt die Linck-Vielblattkreissäge mit Fixeinhang. Diese trennt das Holz in Seiten- und scharfkantige Hauptware (Palettenbretter) auf. „Die Linie ist auf eine Jahresleistung von 250.000 fm im Zweischichtbetrieb ausgelegt. Die Menge ist aber stark von der Rohware abhängig – bei großen Durchmessern muss der Vorschub entsprechend reguliert werden“,
führt Huber aus.

Losan_Abzug-Seitenware

Abzug der Seitenware nach der Vorschnittgruppe in Richtung Kallfass Sortierwerk

Kontrolle_Schnittholzqualitaet

Ein Mitarbeiter kontrolliert die Schnittholzqualität

Eintaktung_Tongloader

Eintaktung der Bretter mittels eines Tongloader in Richtung Boxen

Übergabe in die Sortierung
Haupt- und Seitenware kommen über Rollenförderer mit Querabzug auf einen gemeinsamen Pufferförderer. Ab hier beginnt der Part von Kallfass. Die Sortieranlage ist – gemäß den Vorgaben aus der Sägelinie– auf Schnittholzlängen von 2 bis 4,6 m ausgelegt. Die Brettbreiten reichen von 70 bis 250 mm, die Stärken von 17 bis 120 mm. Über eine
Vereinzelungsstufe und einen Bogenförderer kommt die Schnittware zu einer Beurteilungsstation. Durch Verschieben der einzelnen Werkstücke teilt der Mitarbeiter dem Schnittholz eine Qualität zu beziehungsweise kann eine stirnseitige Längenrückkappung an der Kappsäge durchführen.

Ein Tongloader taktet die Ware in Richtung Sortierung ein: Er greift jedes Stück aus dem Bretterfilm wie eine Zange und legt es in den Mitnahmeförderer. Eine Vermessung im Querdurchlauf ermittelt Länge, Breite und Stärke der Werkstücke. Anhand der Dimension
und Qualität erfolgt die Zuteilung in eine der 45 Schrägboxen. „Die Leistung der Anlage liegt bei 100 Takten pro Minute“, erklärt Dominik Hauser von Kallfass. „Die Sorten für das Sortierprogramm können im Büro über einer Excel-Tabelle eingegeben und über ein Netzwerk dem Sortierprogramm zur Verfügung gestellt werden. Der Bediener kann diese bei Bedarf, etwa bei neuen Sorten, in das aktuelle Programm übertragen. Umgekehrt lassen sich auch Sortentabellen als CSV-Dateien ausgeben und in Excel einlesen sowie bearbeiten“, ergänzt Hauser.

Boxen_Schnittholzeinteilung

Kallfass installierte 45 Boxen für die Schnittholzeinteilung - ein weiterer Ausbau ist möglich

Stapelung auch mit unterschiedlichen Breiten pro Lage
Die Steuerung zeigt die Füllstände automatisch an. Deren Überwachung obliegt einerseits den Mitarbeitern in der Sortieranlage. Andererseits hat der Anlagenführer der Sägelinie am Bildschirm ebenso ein Auge darauf. Ist eine Box voll, lässt sich diese nach unten entleeren. Die Vereinzelung erfolgt im ersten Schritt über Stufenschieber, dann über einen klassischen Vereinzeler. Das Schnittholz gelangt erneut zu einer Kontrollstation, wo der Mitarbeiter noch die Möglichkeit hat, die Qualität zu überprüfen. Die Mechanisierung bildet Lagen entsprechend der Paketbreite. Eine Kallfass Mehrfachablängsäge
kappt das Schnittholz auf das geforderte Maß. Dafür stehen eine Nullsäge sowie vier variable Kappsägen zur Verfügung. Die auf Fixmaß gekappten Schnittholzlagen werden mittels Stapelzungen auf das zu bildende Paket gelegt. Hier installierte Kallfass noch eine automatische Lattenlegung mit acht Magazinen. Die Leistung beziffert Hauser mit bis zu zwölf Lagen pro Minute. Die Stapelanlage kann auch mit unterschiedlichen Brettbreiten eine Lage bilden. Das fertige Schnittholzpaket gelangt über ein Hubwerk eine Etage
tiefer und wird dort noch automatisch umreift beziehungsweise mit entsprechenden Paketzetteln versehen. Die Palettenware muss dann noch gemäß den Vorschriften behandelt werden: Dafür installierte ein in Soria ansässiger Maschinenbauer ein Tauchbecken. Zudem errichtete Mahild vier Trockenkammern.

Vereinzelung

Vereinzelung nach der Boxenentleerung

Kontrolle_Stapelung

Kontrolle vor der Stapelung

Crosscutting

Bis zu 5 Kappsägen sorgen in der Kallfass Mehrfachablängsäge für die richtige Länge

Palettenware

Maßhaltigkeit: Die geraden Lagen beweisen den genauen Einschnitt und die saubere Stapelung

Weiterer Ausbau möglich
Obwohl Losán ein „Sägewerksneuling“ war, kam man laut eigenen Angaben – auch dank der guten Betreuung durch die Maschinenlieferanten – rasch auf Leistung. „In unserem bisher besten Monat erreichten wir bereits 20.000 fm“, sagt González und ist überaus stolz.
Mit dem Sägewerk soll aber hinsichtlich Verarbeitung noch nicht Schluss sein: Der Geschäftsführer denkt bereits über weitere Investitionen nach. „Wir möchten diesen Standort weiter ausbauen. Möglich wären als nächste Schritte eine Hobelanlage oder auch eine Pelletsproduktion“, meint er abschließend.

Bilder und Text Martina Nöstler, Holzkurier 38/2018