Schnittholz in Pufferspeicher, cut wood in buffer levels

Optimales Kurzholzhandling

Maßgeschneiderte Lösung für außergewöhnliches Sägewerk

Mit Rundholzlängen ab 1,1 m nahm die litauische Juodeliai-Gruppe unlängst ein Hochleistungssägewerk für Palettenrohware in Betrieb. Das kurze Holz in Kombination mit dem geplanten Output von 250.000 m³/J Schnittholz stellte auch die Maschinenausrüster vor große Herausforderungen. Dank der großen Erfahrung und Leistungsbereitschaft vonseiten der Ausstatter, wie etwa Kallfass, wurde das Projekt ein Erfolg.

In Marijampole/LT läuft das jüngste und zugleich auch größte Sägewerk der Juodeliai-Gruppe. Mit vier Standorten und einem Rundholzeinschnitt von über 1,3 Mio. fm/J handelt es sich um die größte Sägewerksgruppe des Landes. 2022 möchte Juodeliai rund 650.000 m³ Palettenholz produzieren und damit über 200 Mio. € Umsatz erwirtschaften. Mit Kunden in über 40 Ländern ist man überaus exportorientiert, wobei man laut Geschäftsführer Andrius Zimnickas trotz der geografischen Nähe keinerlei geschäftliche Beziehungen zu Russland oder Belarus pflegt. Das Rundholz – es handelt sich um Fichte und Kiefer, aber auch um Laubhölzer – bezieht das Unternehmen zum Großteil aus Litauen, was Juodeliai auch zum größten Holzverbraucher des Landes macht.

Rund zwei Autostunden westlich der Hauptstadt Vilnius in Marijampole nahm das Unternehmen 2020 ein viertes Sägewerk in Betrieb. Ausgelegt auf 250.000 m³ Jahreskapazität, produziert Juodeliai dort ebenfalls Palettenholz für den Weltmarkt. Bei den Maschinenausstattern setzte man auf bewährte Anlagenlösungen, wie etwa jene von Linck, Holtec, Microtec oder Kallfass. Letztgenannter zeichnet dabei für die Mechanisierung, Sortierung und Stapelung der Haupt- und Seitenware verantwortlich.

„Die praktische, lösungsorientierte Herangehensweise ist der Hauptgrund, warum wir abermals mit Kallfass zusammenarbeiten.“

Andrius Zimnickas, Geschäftsführer Juodeliai-Gruppe

Herausforderndes Projekt

Hinter den beiden Mehrblattsägen übernimmt Kallfass die Hauptware. Ein vertikaler Weitertransport bringt, die aufgetrennten Holzblöcke im Ganzen zu einem Abblätterer. Dieser bildet mithilfe der Schwerkraft einen Bretterteppich. Nach einer optischen Begutachtungsstation erfolgen die Lagenbildung und beidseitige Stirnkappung, woraufhin die Stapelmaschine mit den Lagen beschickt wird. Im Anschluss erfolgt die Stapelung wobei Kallfass das Legen der Versandleisten automatisch über Leistenmagazine realisierte. Im letzten Schritt bringt Kallfass die gestapelten Versandpakete über einen Rollentransport zur Umreifungsanlage.

Kallfass Abblätterer, peel-off system

Getrennte Holzblöcke werden zur Bildung von Bretterlagen zum Kallfass-Abblätterer transportiert.

Ausreichend Kapazität

Die anfallende Seitenware sammelt Kallfass auf Pufferetagen. „Da wir für diese kurzen Dimensionen noch kaum Erfahrungswerte hatten, mussten wir bei der Auslegung zum Teil mit Annahmen arbeiten, die im Endeffekt aber sehr gut hinkamen“, berichtet Kallfass Projektleiter Matthias Link.

Lösungsorientierte Herangehensweise

Für Kallfass und Juodeliai war es weder das erste noch das letzte gemeinsame Projekt. Bereits 2014 waren die deutschen Anlagenbauer bei einem Greenfield-Projekt der litauischen Holzindustrie beteiligt. „Wir sind sehr froh, uns abermals für Kallfass entschieden zu haben. Sie versuchen, uns nicht vorgefertigte Lösungen anzubieten, sondern gehen konkret auf unsere Vorstellungen ein und setzen diese um. Diese praktische Herangehensweise ist der Hauptgrund warum, wir abermals mit Kallfass zusammenarbeiten“, betont Zimnickas und ergänzt, dass man bereits das nächste Projekt – eine zweite Hauptwarenstapelanlage für Marijampole –in Auftrag gegeben habe. Diese soll spätestens im 1. Quartal 2024 in Betrieb gehen.

Holz Imprägnierung, impregnation of wood

Aufbringen eines Imprägnierungsmittels.

Kallfass Abblätterer, peel-off system

Getrennte Holzblöcke werden zur Bildung von Bretterlagen zum Kallfass-Abblätterer transportiert.

Sortierförderer, sorting conveyor

Kallfass-Sortierförderer zum Ausschleusen ungeeigneter Ware.

Pufferetagen mit Seitenware, buffer levels with side products

Seitenansicht der gepufferten Ware auf 4 Etagen.

Versandpaket mit Kufen und Umreifung, shipping package with strapping and supporting runners

Das fertige Versandpaket, dreifach umreift, mit unterlegten Kufen.

Bilder und Text Günther Jauk, Holzkurier

Holzkurier 17/2022

Emptying sorting box

Sortierwerk kann trocken und nass

Sortierung und Stapelung von Trockenholz und Frischholz in einer Anlage. Mostovdrev in Weißrussland investierte knapp 2,5 Mio. Euro in ein automatisches Sortierwerk von Kallfass.

Die Aktiengesellschaft Mostovdrev ist eines der größten Holzverarbeitungsunternehmen in der Republik Belarus. Ihre Produkte für die Möbel-, Bau- und Veredelungsbranche werden nicht nur innerhalb Belarus vertrieben, sondern auch in die GUS-Staaten, nach Europa und in den Nahen Osten exportiert. Mostovdrev legt Wert auf eine strenge Qualitätskontrolle und den Einsatz modernster Produktionstechnologien. So entschied sich das Unternehmen ihr Sägewerk um eine neue, kombinierte Schnittholzsortierung mit angeschlossener Stapelanlage von Kallfass zu erweitern. Die Installation wurde im vergangenen Jahr abgeschlossen und die Anlage in Betrieb genommen. Das erklärte Produktionsziel von Mostovdrev ist eine Einschnittsleistung von 100.000 m³ pro Jahr.

Vertical Box Sorter

Kallfass-Schnittholzsortierung mit 20 vertikalen Boxen plus Irrläuferbox

Transparente Abläufe im Sortierwerk

Am Standort Mosty werden im Zweischichtbetrieb sowohl Trockenholz als auch Frischholz aus Fichte und Kiefer verarbeitet. Die Haupt- und Seitenware wird aus der EWD-Sägelinie übernommen und auf verschiedenen Pufferförderern zur Vereinzelung bereitgestellt. Alternativ kann die getrocknete oder feuchte Ware auch über eine Kippentstapelung der Vereinzelung zugeführt werden. Ein Paketförderer vor der Kippentstapelung puffert bis zu 3 Pakete mit Größen von 1,5 x 1,5 und 1,2 x 1,2 m. Das vereinzelte Schnittholz wird aufgestaut und in einen Beurteilungskettenförderer zur manuellen Qualitätskontrolle eingetaktet. Jedes Brett wird dabei einzeln aufgenommen, zur beidseitigen Begutachtung gedreht und auf dem Transport wieder abgelegt. Ein Mitarbeiter beurteilt die Ware und kann Kappschnitte durch Verziehen waldkantiger Hölzer durchführen. Im Anschluss wird die Ware auf ihre Dimension vermessen und klassifiziert der Sortierung zugeführt. Mostovdrev hat sich für eine raumsparende Boxensortierung mit 20 vertikalen Boxen plus einer Irrläuferbox entschieden, die mit Schnittholzlängen von 2.000 bis 6.200 mm bei einer Leistung von 60 Takten/min befüllt werden können. Sortierprogramme mit einer Kallfass-Visualisierungssoftware erleichtern die Verwaltung und erhöhen die Transparenz der Abläufe im Sortierwerk. Fehlermeldungen und Brettdaten können archiviert und protokolliert werden.

Stick placement with magazines

Leistenmagazine zum automatischen Legen von Trockenleisten auf Stapellagen

Stapeln mit automatischer Leistenlegung

Zum Stapeln des sortierten Schnittholzes werden die ersten 5 Boxen der Sortierung zunächst entgegen der Transportrichtung auf einen Förderer entleert und erst dann in Transportrichtung weiterbefördert, um ein Verkanten der Hölzer zu vermeiden. Die Charge muss anschließend vereinzelt werden, um Lagen mit Breiten zwischen 1.200 mm für Versandpakete und 1.500 mm für Trocknungspakete bilden zu können. Die nachgelagerte Kallfass-Mehrfachablängsäge ist mit 4 frei positionierbaren Sägeaggregaten ausgestattet und schneidet die besäumte Ware lagenweise präzise auf die gewünschten Längen zu (kürzeste Kapplänge 1.200 mm). Hinterlegte Schnittprogramme erleichtern bei Bedarf einen schnellen Chargenwechsel.

In der Stapelmaschine können Einzellagen in Ein- oder Mehrfachlänge zu maximal 1.500 mm breiten Paketen gestapelt werden. Stapelgabeln nehmen die einzelnen, geschnittenen Lagen auf und legen Sie auf das zu bildende Paket ab. Die Legung der Trocknungsleisten zwischen jeder Lage erfolgt automatisch und in einem definierten Abstand mit 12 Leistenmagazinen. Versandleisten werden manuell gelegt. Die fertigen Pakete mit einer maximalen Länge von 6.000 mm werden zum Schluss noch mit einem Etikett gekennzeichnet und erhalten eine Umreifung zur Erhöhung der Stabilität.

Assessment chain conveyor_measurement

Klassifizierung des Schnittholzes vor der Sortierung durch Qualitätsbeurteilung mit Beurteilungskettenförderer (hinten) und Dimensionsvermessung (vorne)

Feeding box sorter

Beschickung der Senkrechtboxensortierung mit 60 Takten/min

Emptying sorting box

Entleerung der Boxen auf einen Entleerförderer, die ersten 5 Boxen entgegen Transportrichtung, um ein Verkanten zu vermeiden

Unscrambling_Separating

Vereinzelung der Chargen nach der Entleerung zum anschließenden Lagenbilden

Multiple cross-cut saw

Die Kallfass-Mehrfachablängsäge schneidet das Holz lagenweisen auf gewünschte Längen

Stick placement with magazines

Leistenmagazine zum automatischen Legen von Trockenleisten auf Stapellagen

Hobellinie Van Roje, planing line, ligne de rabotage

Flexibles Hobeln kleiner Chargen bis 8 m Länge

Holzwerk van Roje errichtet neues Hobelwerk in Bestandshalle am Standort Oberhonnefeld-Gierend (Rheinland-Pfalz).

Das Holzwerk van Roje verstärkt die eigene Veredelung: Angeschlossen an das Sägewerk wurde letztes Jahr ein automatisiertes Hobelwerk installiert, in dem rund 50 % der Hauptware weiterverarbeitet wird. Rund 3,7 Mio. Euro investierte das Unternehmen dafür in neue Anlagen.

Zufrieden mit Zusammenarbeit und Ergebnis des Projekts (von links): Hobelwerksleiter Eduard Dück, der Geschäftsführer der Holzwerke van Roje, Gerhard Hauschulte, und Kallfass-Geschäftsführer Hans Haist.

Die Holzwerke van Roje GmbH & Co. KG betreibt an ihrem Sitz Oberhonnefeld- Gierend (Rheinland-Pfalz) ein Sägewerk mit einer jährlichen Einschnittleistung von rund 450 000 Fm. Eingeschnitten wird aktuell zu 90 % Fichte und 10 % Douglasie, aufgrund der künftigen Rundholzverfügbarkeiten dürfte nach Einschätzung des Geschäftsführers Gerhard Hauschulte aber auch wieder Kiefer dazu kommen. Angegliedert an das Sägewerk sind ein Hobelwerk und eine Pelletproduktion mit 80 000 t pro Jahr, dazu eine zurzeit im Bau befindliche Brettsperrholzproduktion. Insgesamt beschäftigt van Roje aktuell 160 Mitarbeiter.

Das Hobelwerk wurde anlagenseitig im vergangenen Jahr vollständig neu errichtet und dabei auf die Besonderheiten der Sägewerksproduktion abgestimmt: Ziel ist es, deutlich stärker in die Veredelung des Schnittholzes zu gehen. Bis zu 70 000 m³ Hobelware pro Jahr sollen aus der Hauptware erzeugt werden, das entspricht rund 50 % der im Sägewerk produzierten Hauptware.

Für die neue Rex-Hobelmaschine „Big Master“ der Georg Schwarzbeck GmbH & Co KG, Pinneberg, lieferte die Kallfass GmbH, Baiersbronn, die gesamte, voll automatisierte Mechanisierung, einschließlich einer Folierstation. Darin integriert sind eine Schüsselungs- und Feuchtemessung sowie ein „Golden Eye“-Qualitätsscanner von Microtec, eine Markierstation von Rea Jet und die Umreifung von Fromm.

Hobeleinzug, Planer Infeed, chargement de raboteuses

Kallfass Hobelmaschinenbeschickung

Einzug REX Big Master Hobelmaschine

Einzugsseite der REX „Big Master“ Hobelmaschine.

Beginnend mit der Planung des Umbaus im April 2020, wurden im Juni letzten Jahres die zwei bestehenden Hobellinien abgebaut. Zu dem Zeitpunkt waren bei laufender Produktion bereits Teile der Mechanisierung von Kallfass auf freien Hallenflächen aufgebaut worden. Anfang September erfolgte dann die Inbetriebnahme der Gesamtanlage. Zum Jahresende produzierte die Anlage im Zwei-Schichtbetrieb rund 400 m³ Hobelware pro Tag.

Das Sägewerk van Roje schneidet stark kundenorientiert für Abnehmer europaweit ein, ein Schwerpunkt liegt auf den Märkten in Holland und England mit einem großen Anteil von Längen über 6 m. Auch in den letzten Jahren hatte sich van Roje auf den europäischen Markt konzentriert und dabei die durch den boomenden US-Schnittholzmarkt freigewordenen Absatzchancen im Inland genutzt. Eingeschnitten werden Stockmaße bis 620 mm und Rundholzlängen von 3 bis 14 m. Die maximale Länge im Schnittholz-Sortierwerk liegt bei 8 m. Häufige Sortimentswechsel bis zu viermal pro Stunde sind bei van Roje im Einschnitt Alltag. Das bedeutet, im Hobelwerk mit einer großen Dimensionsvielfalt hinsichtlich des Querschnitts und der Länge und relativ kleinen Chargen arbeiten zu müssen. Die kleinsten Chargen umfassen oftmals nur zwei Pakete pro Dimension. Das Hobelwerk muss daher sehr flexibel produzieren, von Dachlatten mit zahlreichen Sondermaßen bis zur KVH-Rohware. Die maximale Dimension fertig gehobelter Ware bei van Roje liegt bei 150 x 320 mm. Insbesondere aber die maximal mögliche Länge bis 8 m unterscheidet die Anlage von den meisten Industriehobelwerken.

Minimale Verstellzeiten und »Profilmanagement« am Hobel

Die bei van Roje nötige Flexibilität spiegelt sich in der Konfiguration der Rex-Hobelmaschine „Big Master“ wider: Mit deren zehn Hobelwellen – vier Horizontal- und zwei Vertikalwellen, sowie vier Einzelanfaswellen für eine allseitige Werkstückfase – können Fertigwarenbreiten von 60 bis 400 mm und Höhen von 15 bis 200 mm erzeugt werden, bei stufenlos regelbaren Vorschüben von 30 bis 150 m/min. Neben hobeln und profilieren ist auch ein- und mehrfaches Auftrennen des Werkstücks möglich, bei van Roje werden bis zu fünf Sägen verwendet.

Auf der Maschine können auch fallende Breiten verarbeitet werden, ein Servomotor übernimmt die Breitenverstellung mit einer Verstellgeschwindigkeit von 20 mm/s. Dennoch kann dabei mit geringer Lücke zwischen den Werkstücken gefahren werden, sodass sich gleichzeitig unterschiedliche Werkstückbreiten in der Maschine befinden. Die Steuerung des Rex-Profilmanagements“ ermöglicht es, einmal eingestellte Positionen der Arbeitswellen zu speichern. Soll ein bestimmtes Profil wiederholt werden, kann der Bediener – nach Einsetzen der notwendigen Werkzeuge – über den vergebenen Werkstücknamen das Profil auswählen. Die Maschine stellt dann automatisch jede Spindel in die korrekte Position. Für einen Vorgang nicht benötigte Wellen gehen in einen Ruhemodus, was zu einer spürbar reduzierten elektrischen Leistungsaufnahme führt.

Hobelline, Planing line, ligne de rabotage

Schematische Darstellung des Hobelwerks van Roje: von der Beschickung und Kippentstapelung geht das Material über einen Sortierförderer zur Kallfass-Hobelbeschickung. Vorgeschaltet ist eine Dreifachablängsäge. Hinter der Rex-Hobelmaschine ist ein Microtec-Qualitätsscanner (1) installiert. Anschließend stehen als Optionen eine Bündelungsstation (2) und eine Markierstation (3) zur Verfügung, bevor die Ware über einen der beiden Stapler (4 und 5) an die Folier- und Umreifungsstation (6) weitergegeben wird. Der Ausgang der Pakete erfolgt nach rechts auf die vor der Halle liegende Abnahme (7). Das Ausschleusen von Material vom Sortierförderer ist möglich (8).

Kompakte Mechanisierung für Werkstücklängen bis 8 m

Kallfass hat hier eine vollautomatische Mechanisierung mit einer Schnittstellenanbindung zu van Rojes ERP-System (Timbertec) installiert. Für den Betrieb des Hobelwerks werden neben dem Anlagenbediener und einem Springer nur noch zwei Mitarbeiter bei der Folierung benötigt.

Nach der Kippentstapelung der – bei Frischeinschnitt im Sägewerk vorsortierten – Rohwarenpakete und der Vereinzelung kann nicht geeignetes Material noch vor der Hobelschickung vom Sortierförderer ausgeschleust werden. So kann die Anlage auch zur Abstapelung von Trocknungspaketen genutzt werden. Eine an der Vereinzelung integrierte Jahrringlagenerkennung (Schüsselungserkennung) und eine Feuchtemessung von Microtec kombiniert mit einem Brettwender tragen zur Verbesserung der Hobelqualität bei. Zu feuchtes Holz kann ausgeschleust und die Rohware je nach Jahrringlage gewendet werden.

Der Hobelbeschickung vorgeschaltet ist eine frei verfahrbare Dreifachablängsäge, die bei van Roje häufig zum Einsatz kommt. Durch die Kappung vor dem Hobel werden so absolut fransenfreie Kappungen erzeugt. Die Hobelbeschickung leistet 50 Takte/min. Direkt hinter der Hobelmaschine durchlaufen die Werkstücke einen „Golden Eye“-Scanner von Microtec, der die Ware in die Festigkeitsklassen C16 und C24 einteilt, so dass sie anschließend im Durchlauf voneinander separiert werden können und entweder direkt einem der beiden Stapler oder zuvor einer Bündelung zugeführt werden. Aktuell ist bei van Roje die Anpassung der CE-Zertifizierung für die mechanische Sortierung im Gange. So kann dann den Kunden eine Kombination aus maschinell und visuell sortierter Hobelware angeboten werden.

An der Bündelung stehen vier Umreifungsstationen zur Verfügung. Bis zu zehn Leistenbunde können dort pro Minute erzeugt werden. An den Staplern, die mit Leistenmagazinen ausgestattet sind, können Pakete mit einer Leistung von 10 Lagen/min. produziert werden. Flexibilität und schnelle Dimensionswechsel sind für van Roje angesichts der häufigen Sortimentswechsel Kernanforderungen an die Mechanisierung. Ein Dimensionswechsel vor dem Hobel dauert in der Praxis rund 1 Minute, hinter dem Hobel etwa 20 Sekunden, sodass insgesamt 1 bis 2 Minuten pro Dimensionswechsel anfallen. Die gesamte Mechanisierung ist auf einen Vorschub von 200 m/min ausgelegt. Die kompakt angeordnete Mechanisierung kann durchweg mit Holzlängen von 8 m belegt werden, die Mindestlänge liegt für die Rohware bei 2,00 m, für gehobelte Ware bei 1,80 m. Auch an der Paketfolierung können alle Paketlängen bis 8 m foliert werden.

CLT-Vermarktung ab Mai

Das Hobelwerk ist nicht nur auf die Veredelung der Hauptware ausgerichtet, sondern stellt auch einen wichtigen vorgelagerten Produktionsabschnitt für die im Bau befindliche Brettsperrholz-Produktion dar: Die B-Sortierungen von Lamellen, die im Sägewerk ursprünglich für andere Produkte erzeugt wurden, werden hier für die Verwendung als Deckschicht-Lamellen im Brettsperrholz (CLT) kalibriert und gütesortiert. Die im Sägewerk gezielt für die Decklage eingeschnittenen Lamellen werden direkt im Brettsperrholzwerk gehobelt. Aus der Seitenware erzeugte Rohlamellen werden für den Einsatz als ungezinkte Querlagen im CLT gehobelt und vorsortiert. Hier kommt die Möglichkeit, am Hobel fallende Breiten erzeugen zu können, voll zum Tragen. Die Seitenwarenausbeute kann damit deutlich erhöht werden.

Im Vergleich zum heute gängigen Produktionsablauf in der CLT-Herstellung soll so der gesamte Produktionsprozess, von der Herstellung der Rohlamelle im Sägewerk bis zum fertigen Bauelement aus Brettsperrholz im Hinblick auf die Ressourceneffizienz optimiert werden. Auch im Brettsperrholzwerk, das den Projektnamen „Cross-Works“ trägt, wird auf die Rohstoffeinsparung besonderes geachtet werden: Fenster- und Türenausschnitte werden durch ein Aufbereitungsverfahren wieder in den Rohstoffkreislauf gebracht. Die anfallenden Ausschnitte werden aufgetrennt und in der Querlage wiederverwertet. Diese Bemühungen um Ressourceneffizienz haben auch die Förderung des Gesamtprojektes mit Mitteln aus dem Umweltinnovationsprogramm des Bundesumweltministeriums in Höhe von 5 993 815 EUR ermöglicht. Ab April sollen im Zwei-Schicht-Betrieb 75 000 m³ CLT pro Jahr produziert werden. Mit der Vermarktung seines Brettsperrholzes will van Roje im Mai beginnen.

Hobeleinzug, Planer Infeed, chargement de raboteuses

Hobelmaschinenbeschickung von Kallfass

Einzug REX Big Master Hobelmaschine

Einzug der REX „Big Master“ Hobelmaschine.

Hobelline, Planing line, ligne de rabotage

Schematische Darstellung des Hobelwerks van Roje.

Kippentstapelung, tilt destacking, dépilage par renversement

Beschickung und Kippentstapelung von Kallfass.

Bündelung, bundling, bottelage

Der Blick in den vorderen Hallenteil des Hobelwerks van Roje: Im Vordergrund die Bündelung, dahinter der Zulauf für den ersten Stapler. Im Hintergrund (von rechts) der Schärfraum, die Schallschutzkabine der Hobelmaschine und der „Golden Eye“-Scanner.

Bündelung und Stapler, bundling and stacking, bottelage et empilage

Der hintere Hallenteil: Im Vordergrund wieder die Bündelung, dahinter die Linie mit dem zweiten Stapler.

Grafik: Kallfass / Bilder und Text: J. Härer, Holz-Zentralblatt

Holz-Zentralblatt Nr. 3/2022