Manueller Beurteilungskettenförderer

Alles unter Kontrolle

In der Weiterverarbeitung von Schnittholzware sind Produktqualität und Produktionsauslastung die entscheidenden Wirtschaftsfaktoren. Durch die Integration qualitätsbeurteilender Systeme in den Fertigungsprozess wird der Automationsgrad erhöht und damit gleichzeitig die Auslastung optimiert.

Optimiertes Auskappen in einer vernetzten Fertigung

KALLFASS hat ein Schnittstellenkonzept erarbeitet, dass die verschiedenen Softwaresysteme einer Produktionslinie miteinander vernetzt und damit eine direkte Kommunikation zwischen den einzelnen Prozessen ermöglicht. Ein Beispiel: Der im Sortierwerk installierte Waldkantenscanner ermittelt die Brettdimension mit Länge, Breite, Stärke und eventuell Qualität, erkennt fehlerhafte Stellen wie Astlöcher oder Waldkanten und gibt diese Messergebnisse als Kappinformationen direkt an die KALLFASS Trimmersäge weiter. In der Regel arbeiten Trimmersägen nur mit voreingestellten Rasterlängen aber durch eine zusätzliche Ausstattung der Anlage mit einem servogesteuerten, flexiblen Nullanschlag vor dem Trimmer, können Fehlerstellen präzise auf den Punkt, mit minimalen Holzverlusten gekappt werden.

Als Alternative zum Scannen kann ein KALLFASS-Beurteilungskettenförderer zur manuellen Qualitätsbeurteilung der Schnittware eingesetzt werden. Jedes Brett wird einzeln aufgenommen und um 180° gedreht auf dem Transport wieder abgelegt. Der Bediener kann das Holz von allen Seiten betrachten und einem Merkmal zuordnen.

Manueller Beurteilungskettenförderer

Alternative zum Scannen: Die manuelle Qualitätsbeurteilung der Schnittware mit dem KALLFASS-Beurteilungskettenförderer.

Holzkurier 13/2021

Mechanisierung Upgraded

Mechanisierung upgraded

Dank Automatisierung flexibler und schneller produzieren

Schneller, einfacher, flexibler, das sind die Anforderungen an eine moderne Schnittholzfertigung, die für unterschiedliche Produktdimensionen ausgelegt ist. Um das zu erreichen, muss das Produktdenken in ein Prozessdenken umgewandelt werden, denn Prozesse lassen sich aktiv beeinflussen.

Der Automatisierungsspezialist Kallfass aus Klosterreichenbach/DE analysiert die Produktionsziele und Rahmenbedingungen des Kunden, die den Automatisierungsgrad der Anlage definieren. Denn die Gleichung zwischen Sägewerkskapazität und Investitionsumfang muss stimmen.

Roboter versus Personalkosten

Zu den möglichen Upgrades in der Automatisierung zählt der Einsatz eines Roboters, der ein personalaufwendiges „Pick & Place“ Handling übernehmen kann. Gerade bei Produktionen mit großen Chargen pro Schnittholzdimension, kann sich diese Investition durch die Einsparung an Personalkosten rasch amortisieren.

Seit letzten Jahres bietet Kallfass ein vollautomatisches Leistenhandling an. Das zeitaufwendige Befüllen der Leistenmagazine wird von einem Roboter übernommen, der die Bestückung fast ohne Personalaufwand in konstanter Taktzahl durchführt. Zusätzlich kann vor der Magazinbefüllung noch ein Leistenscanner eingesetzt werden, der die Qualität der Leisten beurteilt. Nur geeignete Leisten werden vereinzelt, paketiert und dann für die Roboterbefüllung bereitgestellt.

Roboterbefuellung_Leistenmagazine

Roboterlösung zur automatischen Befüllung von Leistenmagazinen

Holzkurier 34/2020

BSP Prozess Know-How

Alle Lösungen aus einer Hand
Das Thema „Brettsperrholz“ nimmt im modernen Holzbau an Bedeutung zu. Die BSP-Produktion ist komplex und beansprucht viel Platz. Bei Anlagengrößen von bis zu 200 m Länge und 80 m Breite muss nicht selten auf der „grünen Wiese“ begonnen und die Fertigungshalle gleich mitgeplant werden.

Der Maschinenbauer Kallfass, Klosterreichenbach/DE, im Nordschwarzwald sieht sich als Lösungspartner und übernimmt für seine Kunden auch die komplette Planung des Projekts. Produktionslinien – vom Keilzinken von Holzlamellen zu Einschichtplatten bis zum Verkleben und Verpressen von Einschichtplatten zu Brettsperrholzplatten – wurden in verschiedenen Konfigurationen bereits in Deutschland, Österreich und Skandinavien realisiert. Dank langjähriger Prozesserfahrung, gelingt es Kallfass Schnittstellen in seiner vollautomatischen Mechanisierung zu minimieren und alle Komponenten zu einer leistungsstarken Produktionslinie zusammenzufügen.

Neu im Programm ist die Kallfass BSP-Presse. Im Fokus der Entwicklung stand eine hohe Genauigkeit und Qualität des Endprodukts sowie das zuverlässige Erreichen einer Nullfuge unabhängig von Produktabmessungen.

Die preislich attraktive Kallfass BSP-Presse verbindet Einschichtplatten mit Längen von 8 bis 20 m zu Mehrschichtplatten

Das Herzstück der Kallfass Taktpresse bildet ein Hydraulikkonzept, das auf einer quasi-isobaren Pressung basiert, bei der nicht nur ein Vertikaldruck, sondern auch ein Querdruck aufgebaut werden kann. Selbst bei einer maximalen Plattenbreite von 3,6 m gewährleistet die Druckregelung einen konstanten Pressdruck von mindestens 1 N/ mm2 auf der gesamten Plattenfläche. In Verbindung mit schnell bindenden Polyurethan-Klebstoffen und einer vollautomatischen Beschickung/ Entleerung werden so kurze Zykluszeiten und eine maximale Produktionskapazität ermöglicht.

Massanzuege Aus Metall

Maßanzüge aus Metall

Das Unternehmen Kallfass aus Wernigerode baut Anlagen für Sägewerke in der ganzen Welt. In diesem Jahr visiert das Unternehmen 23 Millionen Euro Umsatz an.

Die Kallfass GmbH – Maschinen plus Automation in Wernigerode hat ihren Platz auf dem Weltmarkt gefunden. Seit 26 Jahren baut der Harzer Ableger des Schwarzwälder Mutterbetriebes in Klosterreichenbach im Harz Spezialmaschinen zur Schnittholzverarbeitung. Errichtet werden die Anlagen auf der ganzen Welt. In diesem Jahr wollen die Harzer erstmals die Umsatzmarke von 23 Millionen Euro knacken. Wenn gerade eine fertige Anlage ausgeliefert wurde, wirkt die Werkhalle im Gewerbegebiet Stadtfeld auf den ersten Blick eher überschaubar. Man vermutet dann nicht, dass hier Anlagen von teilweise bis zu 100 Meter Länge, 20 Meter Breite und 10 Meter Höhe gebaut werden, die auf der ganzen Welt gefragt sind.

Schon viele Anlagen haben gut verpackt ihren Weg von Wernigerode an ihren neuen Bestimmungsort angetreten. Für einige ging es nach Österreich, auch nach Schweden wurden Maschinen geliefert. Eine weitere Anlage haben die Wernigeroder in Südafrika selbst aufgebaut. Die Firma Kallfass liefert eben nicht nur die Hardware, sie errichtet die Anlagen auch vor Ort. „Unsere Mitarbeiter arbeiten je nach Größe der Anlage dann schon mal für Monate fern der Heimat. So wie beispielsweise Chefelektriker Volker Lüdicke, der schon mal über den Jahreswechsel nach Südafrika fliegt und dort den Aufbau für mehrere Wochen betreut. Wer bei uns arbeitet, der muss auch gerne reisen“, erklärt Betriebsleiter Enrico Goldhahn.

Goldhahn hat sein Handwerk bei Kallfass gelernt, ist mittlerweile Meister für Maschinenbau und nach kurzen Intermezzi bei anderen Firmen vom Chef des Schwarzwälder Stammhauses, Ernst Kallfass, wieder ins Harzer Unternehmen zurückgeholt worden. Der 40-Jährige weiß, dass die Auslandseinsätze für Außenstehende ein bisschen nach Urlaub aussehen. Dem sei aber nicht so. Zeit sei nun mal Geld. Und daher müssten Monteure und Elektriker auch beim Aufbauen immer einen sehr engen Zeitplan einhalten. Alle Anlagen, auch die bereits fertig montierten, müssten zudem auch regelmäßig gewartet werden. Die Maschinen aus dem Harz sind nichts von der Stange. Jede sei auf ihre Art ein „Rolls Royce“, sagt Enrico Goldhahn (Betriebsleiter bei Kallfass GmbH in Wernigerode). Es gebe keine Anlage ein zweites Mal. Auch nicht jene vollautomatisch arbeitenden, die im Industrie-Zeitalter 4.0 von den Harzern zunehmend gebaut und errichtet werden. Man braucht hier nur noch einen Code einzugeben, dann stellen sich diese Maschinen auf das jeweilige Produkt ein. „Manchmal bauen wir sehr große Anlagen auf, und danach entsteht erst die Halle dafür. Wir bauen quasi Maßanzüge aus Metall. Das ist schon etwas Tolles, etwas Einmaliges“, sagt Goldhahn

Ihren Ruf als eingespieltes Team haben sich die Kallfass-Leute über Jahre hart erarbeitet. Sie verstehen sich auch als solches. „Wir sind als Unternehmen sehr sozial eingestellt. Wir übernehmen für unsere Mitarbeiter die Kindergartenbeiträge, zahlen eine Zusatz-Krankenversicherung, bieten Jobfahrrad sowie ein ausgezeichnetes Arbeits- und Gesundheitsmanagement. Fluktuationen wie bei anderen Firmen gibt es hier nicht. … Wir sorgen seit Jahren dafür, dass uns der hoch qualifizierte Nachwuchs nicht ausgeht“, erklärt Goldhahn mit Verweis auf die Ausbildungsergebnisse seiner Lehrlinge. Die gehörten durchweg zu den Jahrgangsbesten. Kein Wunder also, dass die Fertigkeiten der Mitarbeiter und die Kallfass-Anlagen „made in Germany“ auf der ganzen Welt einen sehr guten Ruf genießen. So wie die Anlagen, die in Wernigerode gebaut werden, immer größer wurden, sind auch die Produktionshallen gewachsen. Zweimal – in den Jahren 2000 und 2010 – wurden die Flächen in Wernigerode um Erweiterungsbauten vergrößert. Die Belegschaft hatte sich damit verdoppelt.

Generell liegt der Exportanteil bei etwa 75 Prozent. Gebaut wird für Auftraggeber auf der ganzen Welt. Nord- und Südamerika, Frankreich, Schottland, Niederlande, aber auch Australien stehen auf der Liste der Auftraggeber. Geliefert wird auf der Straße immer „just in time“. Die Zusammenarbeit mit einer Spedition aus Harzgerode mache das möglich. Das habe sich bewährt, so Goldhahn.

Die nächsten Anlagen werden in Österreich, Litauen und der Schweiz errichtet. Eine Sortiermaschine hier, ein Hobelwerk da, eine Stapellinie dort. Und immer wieder auch in Russland. Hier sind die Wernigeroder anders als die Elektromaschinen-Branche nicht so stark vom Handelsembargo mit Russland betroffen. Das sei ein sehr wichtiger Markt, der sich auch in den Auftragsbüchern niederschlage. Die seien mit Aufträgen für die nächsten eineinhalb Jahre insgesamt gut gefüllt.

An beiden Standorten, im Stammhaus in Klosterreichenbach im Schwarzwald und in Wernigerode im Harz, stehen die Zeichen daher klar auf Expansion. Im Schwarzwald hat sich das Unternehmen gerade mit dem Erwerb einer weiteren Betriebsstätte erweitert. Im Harz wird ebenfalls über eine Vergrößerung der Kapazitäten nachgedacht. In ihrer Branche sind die Maschinenbauer von Kallfass europaweit die Nummer Zwei.

 

Text von Frank Drechsler, Harzer-Wirtschschaftsblatt September/Oktober 2019