Visuelle Qualitätskontrolle von Schnittholz

Für alle Dimensionen gerüstet

Seit April ist die Hobelanlage Nummer 5 bei der Rettenmeier Holzindustrie in Ramstein/DE in Betrieb. Bei der Konzeptionierung legten die Verantwortlichen vor allem auf eine hohe Flexibilität großen Wert, da Rettenmeier besonders auf die Belieferung der Baumärkte spezialisiert ist.

Das Ziel der Rettenmeier Holzindustrie ist es, die Wertschöpfung im eigenen Unternehmen zu steigern. „Das war der Grund, warum wir in eine weitere Hobellinie in Ramstein investiert haben“, erklärt Rettenmeier-Geschäftsführer Dr. Stephan Lang. Er beziffert den Einschnitt in Ramstein mit 600.000 fm/J in zwei Schichten. Die Kapazität der Hobelanlagen liegt bei rund 200.000 m3/J. Die Sägewerks-Gruppe setzt rund 35 % der erzeugten Produkte im DIY-Sektor ab. 35 % gehen an den deutschen und internationalen Fachhandel, 20 % an die Industrie beziehungsweise den Verpackungssektor, 10 % betreffen Sägenebenprodukte.

Hobeleinzug

Rettenmeier-Geschäftsführer Dr. Stephan Lang und Kallfass-Geschäftsführer Hans Haist (v. li.) vor dem Einzug in die Hobelmaschine.

Sehr rasch auf Leistung

Bei der neuen Hobellinie legten die Verantwortlichen vor allem Wert auf Flexibilität bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit. Darum fiel die Wahl bei der Mechanisierung auf Kallfass, Baiersbronn-Klosterreichenbach/DE. „Wir wussten, dass wir bei Kallfass die Lösung bekommen, die wir wollen“, betont Lang. Der Mechanisierungsspezialist hatte zuvor schon eine bestehende Hobellinie in Ramstein umgebaut. Das hatte tadellos funktioniert. Rückblickend ist Lang mit der Abwicklung mehr als zufrieden: „Ich habe selten so eine perfekte Inbetriebnahme gesehen. Nach vier Wochen waren wir fast auf 100 % der Leistung. In dieser Zeit konnten bereits 6000 m3 Latten gebündelt werden. Wir würden die Anlage wieder genau so bauen.“
Kallfass passte die neue Hobellinie in eine bestehende Halle exakt ein. Die Anlage kann Längen von 2 bis 5 m sowie Breiten von 60 bis 300 mm und Stärken von 14 bis 120 mm verarbeiten. Aus Platzgründen vereinzelt ein Vakuumhebegerät die getrockneten Schnittholzpakete lagenweise. Eine Bürste streift die Stapelleisten ab, Fördereinrichtungen sammeln diese. Im Quertransport beurteilt ein Mitarbeiter die Werkstücke zunächst visuell. Danach passieren sie eine Brookhuis-Feuchtemessung. „Nicht passende Hölzer lassen sich hier noch ausschleusen“, erläuterte Kallfass-Geschäftsführer Hans Haist. Im Anschluss installierte Kallfass den Längseinzug in Richtung der Hobelmaschine von WJS. Diese schafft, abhängig von der Holzlänge, bis zu maximal 80 Takte pro Minute.

„Die Abwicklung seitens Kallfass verlief tadellos. Binnen vier Wochen waren wir auf fast 100 % der Leistung.“

Dr. Stephan Lang, Geschäftsführer Rettenmeier Holzindustrie

Zwischenlagerung Schnittholz in Filmetagen

Nicht passende Dimensionen lassen sich in einer Filmetage zwischenlagern und können dann wieder in den Produktionsprozess eingeschleust werden.

Rücksortieren für höhere Qualität

Nach der Hobelanlage gibt es zwei Möglichkeiten: Hölzer, die durch Zurückkappen in eine höhere Qualität eingestuft werden können, werden nach links auf ein Filmetage aussortiert. Die lassen sich, zum Beispiel bei einem Dimensionswechsel in der Hobelmaschine, wieder in den Ablauf einschleusen. „Durch diese Rücksortierung erspart man sich eine weitere Stapelanlage sowie eine aufwendige Trimmerstation“, weiß Haist. Der Großteil der gehobelten Ware wird hinter der Filmetage auf einen Querförderer abgezogen. Hier begutachtet ein Mitarbeiter die Werkstücke, schleust nicht passende Qualitäten aus und kann durch Verziehen der Hölzer die Kappschnitte festlegen. Des Weiteren entschied sich Rettenmeier für eine Bündelung. Bei Einzelstücken wird diese einfach mit Transportketten „überfahren“. In diesem Bereich realisierte Kallfass zudem eine Etikettierung. Diese Lösung hat Kallfass bereits bei Cordes mitentwickelt. Sie kommt auch in Ramstein zum Einsatz. „Es lassen sich sowohl die Bunde als auch Einzelstücke etikettieren“, erläutert Haist.

Im Anschluss durchfahren die Hölzer die bewährte Mehrfachablängsäge von Kallfass. Die Trimmersäge ist mit vier variablen Kappsägen ausgestattet. Danach werden die Lagen auf die Stapelung übergeben, welche über Magazine mit automatischer Leistenlegung verfügt. Der Stapler eignet sich auch für Baumarkt-, sprich Viertelpakete. Die fertigen Pakete werden zum Schluss noch foliert und zum Versand bereitgestellt. Bei der Folierung lieferte Kallfass noch eine Maschine, welche die Nuten in die Kanthölzer fräst. „Diese hat sich bereits mehrfach bewährt“, meint Haist.
„Mit der neuen Hobellinie können wir sowohl klassisch vierseitig hobeln als auch auftrennen oder einfache Nut-Feder-Profile erzeugen. Das macht uns sehr vielseitig. Kallfass lieferte uns eine einfache, aber sehr effiziente Lösung, mit der wir alle Anforderungen abdecken können“, bestätigt Lang abschließend.

Holzsortiment

Rettenmeier verarbeitet in Ramstein vier Holzarten – unter anderem Douglasie –, zu Sortimente für den Bau- und Fachhandel.

Leistenabstreifung mit Leistenbesen

Nach der lagenweisen Entstapelung mittels eines Vakuumhebers streift eine Bürste die Stapelleisten ab.

Visuelle Qualitätskontrolle von Schnittholz

Ein Mitarbeiter begutachtet die Ware und kann Kappschnitte durch Verziehen der Hölzer durchführen.

Bündelungsanlage

Kallfass lieferte an Rettenmeier auch eine Bündelungsanlage samt Markierstation…

Mehrfachablängsäge mit vier Sägen

… sowie die bewährte Mehrfachablängsäge mit vier Sägeaggregaten.

Leistenmagazine zur Holzleistenlegung

Hans Haist und Stephan Lang beobachten die Leistenlegung und Paketbildung.

Bilder und Text Martina Nöstler, Holzkurier

Holzkurier 38/2021

Kallfass Sonderlösungen für Deckenelement-Werk

Leimholzwerk spielt alle Stücke

Mehrgeschossige Produktion für ebensolchen Holzbau

Schritt für Schritt füllte Best Wood Schneider sein neues Deckenelemente-Werk in den vergangenen Jahren mit immer mehr Bearbeitungsschritten. Mittlerweile beheimatet es auf drei Etagen eine BSH- sowie eine BSP-Linie, woraus in weiterer Folge auch noch abgebundene und lasierte Rippenelemente entstehen können. Den Großteil der hochkomplexen Fertigung plante und realisierte man in enger Zusammenarbeit mit Kallfass.

Mit der „best wood CLT Box-Decke“ ist es Best Wood Schneider, Eberhardzell/ DE, gelungen, die positiven Eigenschaften von BSP und BSH zu kombinieren. Aus der Mischung von Brettsperrholz und Rippenhölzern resultiert ein statisch wirksames und gleichzeitig raumbildendes Holzelement mit vergleichsweise geringem Gewicht. Fertig abgebunden und lasiert ergibt sich eine hoher Vorfertigungsgrad und damit eine kurze Montagezeit auf der Baustelle.
Hier in wenigen Sätzen erklärt, sind diese Holzkastenelemente das Ergebnis langjähriger Entwicklungsarbeit, die auch die Maschinen- und Anlagentechnik vor große Herausforderungen stellte. „Wir fertigen ausschließlich auftragsbezogen und bieten unseren Kunden eine Vielzahl an Produkten und Veredelungsschritten“, erläutert Schneider-Projektleiter Andreas Schilling und ergänzt: „Hinzu kommt die komplexe Anordnung der Fertigungslinie in mehreren Etagen.“ Schneider realisierte das Werk auf drei Stockwerken mit zahlreichen Zwischenetagen – zwei Aufzüge befördern die Hölzer für die einzelnen Bearbeitungsschritte zwischen den Ebenen 0 m, 6,5 m und 12,5 m hin und her, bevor die fertigen Elemente automatisch in ein Hochregallager gelangen. „Diese Anordnung spart Baugrund und verkürzt vor allem die Wege innerhalb der Produktion“, erläutert Geschäftsführer Ferdinand Schneider die Vorteile dieser Anordnung.

Vollautomatisches Regalbediengerät

Ein vollautomatisches Regalbediengerät verknüpft die einzelnen Bearbeitungsschritte

Neuer Fertigungsprozess

Als einer der Hauptausrüster war das schwäbische Traditionsunternehmen Kallfass mit einem Gutteil der Planungsarbeiten beauftragt und lieferte zudem große Anlagenteile auf allen drei Ebenen der Produktion. Im obersten Stockwerk beginnt die Installation von Kallfass mit der Übernahme der fertigen Einschichtplatten. Elemente, die später als Querlagen des bis zu 1,25 m breiten BSP zum Einsatz kommen, schneidet eine Kappsäge auf Länge. Im Anschluss werden die Querlagen per Hubtisch abgesenkt und um 90° gedreht. Die angeschlossene Legestation erzeugt mittels Längs- und Querlagen sowie einer Leimauftragsstation den bis zu 16 m langen Presskuchen, welcher an die BSP-Presse eines anderen Herstellers übergeben wird.

„Für die Herstellung der Rippendecken haben wir mit Schneider einen Prozess entwickelt und umgesetzt, den es in dieser Form noch nicht gab.“

Hans Haist, Geschäftsführer Kallfass

Nach der Presse haben die Platten scheinbar die Qual der Wahl – gelangen, je nach Auftrag, aber natürlich immer genau dorthin, wo sie sollen. „Ein von uns installierter Rollengang auf Schienen holt die Platten ab und bringt diese, entsprechend den Anweisungen des Leitrechners, zur Lasierlinie, zum Hobel, zum Abbundzentrum oder zum ebenfalls von uns realisierten Regalbediengerät“, erläutert Kallfass-Geschäftsführer Hans Haist die Möglichkeiten. Letztgenanntes arbeitet vollautomatisch, lagert die Bauteile zwischenzeitlich ein und verknüpft die einzelnen Bearbeitungsschritte miteinander. So beschickt das Regalbediengerät auch die Rippenelemente-Fertigung, wobei Haist bei diesem Teil der Installation nicht weiter ins Detail gehen möchte, was er wie folgt begründet: „Für die Herstellung der Rippendecken haben wir mit Schneider einen Prozess entwickelt und umgesetzt, den es in dieser Form noch nicht gab.“ Die Rippenelemente können nach der Fertigung – gleich den BSP-Elementen – fertig abgebunden und/oder geschliffen sowie lasiert werden.

Fix und fertige Stapeldecken

In der mittleren Etage, 6,5 m über der Erde, fertigt Schneider die Brettstapelelemente. Diese übernimmt Kallfass und bringt sie – je nach Auftrag – zur entsprechenden Weiterbearbeitung oder zur Stretchfolierung, von wo aus die Elemente in das unmittelbar angeschlossene Hochregallager gelangen.
Gleich den Kastenelementen bietet Schneider seinen Kunden auch bei den Brettstapeldecken eine Lasierung an. Ist dies gewünscht, bringt ein ebenfalls von Kallfass realisierter Schrägaufzug die Teile ins Erdgeschoss. Dort beheben Schneider-Mitarbeiter etwaige Oberflächenschäden, bevor die Elemente einen zweistufigen Schleif- und Lasierprozess durchwandern. In dieser Ebene zeichnet Kallfass für die gesamte Mechanisierung zwischen den Maschinen verantwortlich.

Die lasierten Elemente gelangen über denselben Schrägaufzug wieder in die mittlere Etage, wo diese ebenfalls paketiert, verpackt und eingelagert werden. Vom Hochregallager fahren die Pakete über ein Fördersystem zu einer zentralen Lkw-Verladestation, welche Kallfass bereits vor mehreren Jahren realisierte.

Erfolgreiches Projekt von Kallfass und best wood Schneider

Nach dem erfolgreichen Projekt am Stammsitz spricht man bereits über das nächste gemeinsame Großprojekt in Meßkirch.

Größtmögliche Flexibilität

Für den Fall einer Störung – sollte beispielsweise eine der beiden Lasierstraßen ausfallen – kann Schneider die Elemente jederzeit auf die laufende Linie umplanen. „Diese größtmögliche Flexibilität in der Fertigung, dass jedes Element alle möglichen Fertigungsschritte durchlaufen und an jeder Stelle ein- und ausgeschleust werden kann, war von Schneider gefordert und eine der großen Herausforderungen dieses Projekts“, betont Haist. Dass dies geglückt ist und auch alle weiteren Versprechen seitens Kallfass zur Zufriedenheit von Schneider eingehalten wurden, zeigt wohl am besten der Folgeauftrag: In Meßkirch realisiert Best Wood Schneider gerade eine Fertigungslinie, die vor allem in puncto Logistik neue Maßstäbe setzen soll – von der Rundholzanlieferung bis zum fertigen BSP möchte man gänzlich ohne Stapler auskommen. Hier werden die Anlagen von Kallfass abermals eine zentrale Rolle spielen.

Kallfass Wender zur Positionsausrichtung

Ein Wender bringt das Element in die richtige Position. Da viele der Hölzer in Sichtqualität gefertigt werden, geschieht dies besonders materialschonend.

Zwei Kallfass-Aufzüge verbinden drei Produktionsebenen

Zwei Aufzüge von Kallfass verbinden die drei Ebenen für die Hölzer.

BSP-Platten lasiert und abgebunden

Je nach Auftrag werden die BSP-Platten lasiert, abgebunden und/oder zu Rippenelementen weiterverarbeitet.

Kallfass Sonderlösungen für Deckenelement-Werk

Kallfass ist im Deckenelemente-Werk von Schneider einer der Hauptausrüster und lieferte zahlreiche Sonderlösungen.

Erfolgreiches Projekt von Kallfass und best wood Schneider

Nach dem erfolgreichen Projekt am Stammsitz spricht man bereits über das nächste gemeinsame Großprojekt in Meßkirch: Max (li.) und Ferdinand (3. v. li) Schneider sowie Andreas Schilling (re.) von Best Wood Schneider gemeinsam mit Kallfass-Geschäftsführer.

Bilder und Text Günther Jauk, Holzkurier
Holzkurier BSP-Special 2021

Etikettierung und Bündelung

Alle 50 Sekunden:
ein 4m-Paket

Von S10 bis KVH – alles bis zu 200 m/min hobeln, markieren, etikettieren, bündeln, folieren, stapeln

Der außergewöhnliche Geschäftserfolg von Cordes Holz in Bremerhaven, erzwang bereits nach zwei Jahren ein Upgrade der Hobelanlage. Die Anlage wurde ausgebaut, erweitert und modernisiert. Das Ergebnis ist ein komplett neues Kallfass-Hobelwerk.

Zum Jahreswechsel 2018/2019 startete Kallfass damals die Hobelanlage bei Cordes Holz. Im Kern war die Linie damals explizit auf Baumarkt-Sortimente für ganz Europa ausgelegt. „Die Anlage war superrobust und schnell. Das lief so gut, dass wir trotz voller Zufriedenheit dazu gezwungen waren, zwei Jahre später bei Kallfass ein Upgrade der Anlage zu bestellen“, erklärt Eigentümer Andreas Cordes. Sein primärer Wunsch war es, dimensionsmäßig noch flexibler zu sein. Und wenn man schon dabei war, konnte man die Markiermöglichkeiten erhöhen sowie die Hobelmaschine erneut in der Leistung hochfahren.

„Der Erfolg der Anlage zwang uns nach zwei Jahren schon zum Upgrade.“

Andreas Cordes

Kann alles bis 290 mm und 6 m Länge

Herauskam eine Universalanlage, die „von der S10-Latte bis zur KVH-Rohware und vom Rhombusprofil bis zum Vierkanthobeln“ alles kann“, umschreibt es Cordes. Das sind also deutlich mehr Sortimente als bisher herstellbar. Der maximale Querschnitt liegt bei 290 mm mal 165 mm und 6 m. Trotz umfangreicher Markier-, Etikettier-, Folier-, Bündel- und Stapelmöglichkeiten wurde die Leistung gesteigert. Die Mechanisierung ist so leistungsstark, dass der Rex-Bigmaster von 100 auf 200 m/min hochgetunt werden konnte. Der Hobelautomat war für kleinere KVH Querschnitte vorgesehen – er schafft aber nun die doppelte Geschwindigkeit bei einem viel breiteren Dimensionsspektrum.

22 Monteure für „Operation am offenen Herzen“

Kallfass führte den Umbau während des laufenden Betriebes durch. Bis zu 22 Monteure waren nötig, damit binnen zehn Wochen und nur einer ganz kurzen Abstellung der Generalumbau erfolgen konnte. „Es wurde faktisch alles geändert, die Anlage wurde in drei Richtungen erweitert, eine Menge Scanner, Sensoren und Markieraggregate kamen rein“, umschreibt es Kallfass-Projektleiter Enrico Goldhahn. „Es war eine Operation am offenen Herzen, die wir zweischichtig, auch übers Wochenende arbeitend erledigten. Wir sind stolz, dass es trotz aller Änderungen zu fast keinem Stillstand kam.“

Lagenweise Entstapelung, Leistenscanner mit Leistenabstreifung

Am Hobelhallen-Eingang tut sich viel: lagenweise Entstapelung, Leistenabstreifer, Leistenscanner, Dimensionskontrolle, und Eintaktung in die Bigmaster

Gemeinsames Konzept

„So wie die Anlage jetzt dasteht, war es eine gemeinsame Entwicklung von REA Jet, Cordes und uns“, erklärt Goldhahn. Von ihm stammt unter anderem die Empfehlung, einen Pufferförderer vor der Entstapelung zu installieren. Die Anlage holt lückenlos ein Paket nach dem anderen zur Vakuumentstapelung. „Hier schlugen wir vor, eine Vakuumentstapelung mit Hubwerk und Leistenabstreifer sowie einen ATB-Leistenscanner zu wählen – und genau so wurde es gebaut“, erzählt Goldhahn.
Vor dem Hobelautomaten kann man bei Cordes zu kurze oder nicht geeignete Hölzer aussortieren. „In einem Paket kann schon mal ein zu kurzes Stück mitgeliefert werden. Das brauche ich aber nicht im Hobelwerk“, erklärt Cordes, weshalb hier auch eine Schüsselungsvermessung von ATB, Roggenburg/DE, samt Wender installiert wurde.

Leistungsstark trotz Konfektionierung und Ablängung

Es folgt die erste Durchlauf-Etikettierung von REA Jet, welche die DIY-Sortimente mit allen nötigen Informationen bedruckt. Von Kallfass stammt die nachfolgende Mehrfachablängsäge. „Nun können wir millimetergenau Kappen. Von 800 mm Kurzware bis zu 6 m Überlängen – das macht uns extrem flexibel“, freut sich Cordes beim Rundgang durch das neue Hobelwerk.
Die Leistungsdaten der Anlage kann er auf seinem Mobiltelefon live abrufen. So wurde beim Vor Ort Termin des Holzkuriers alle 50 Sekunden ein 4m-Baumarktpaket gefertigt.

Folierung, Umreifung, Paketzettel

Folierung, Umreifung, Paketzettel – alles kompakt

Sechs Umreifungen für Klein- und Großteile

„Bei Cordes lieferten wir die erste Anlage mit sechs Umreifungsmaschinen zur Bündelung der Klein- und Großteile“, zählt Goldhahn weiter auf. Final können die Pakete noch foliert werden. Von Kallfass stammt außerdem eine Versetzstation für Quartpakete. Die Stapelung schafft Kleinpakete ebenso wie Großpakete bis 2,4 m Pakethöhe. „Die automatische Kantholzlegung wird noch beschleunigt, dann passt es“, reüssiert Goldhahn.

Nur zwei Bediener für das Werk

Im Werk sind je Schicht nur zwei Mitarbeiter beschäftigt Das Team kontrolliert den Ablauf und sorgt für die Befüllung der Gebrauchsmaterialien wie etwa der Etikettenrollen. Beim Besuch sieht man, wie gut eingespielt die beiden sind. Einer konzentriert sich auf die Eintaktung der Ware bis hinter die Hobelmaschine. Hier muss man etwa bei gebrochener Rohware eine Störung beseitigen oder Etikettenrollen einlegen. Der zweite Mann steht bei der Paketierung. Dort sind Unterlegkanthölzer oder Leisten nachzufüllen.

Lob vom Größten in Deutschland

Wenn Andreas Cordes die Anlage mit: „Wir sind sehr zufrieden“ abnimmt, dann hat das Gewicht. Hier urteilt ein Mann, zu dessen Unternehmensgruppe auch Hobelspezialisten, wie Osmo Holz, Warendorf/ DE, Holz-Henkel, Göttingen/DE, oder Krages Holzindustrie, Hamburg, gehören. Außerdem erzeugt auch die Konzerntochter Rettenmeier an mehreren Standorten Hobelware. Damit dürfte die Cordes-Gruppe die größte Hobelkapazität in Deutschland haben.

In Bremerhaven hat Cordes ja noch Großes vor. Die KVH-Produktion wird auf 200.000 m3/J erhöht. Hinzu kommen neu 50.000 m3/J BSH. Ein wesentlicher Partner für die Lieferungen der Anlagen ist Kallfass. Der Probebetrieb soll noch heuer starten.

Drei Stapel warten vor der Halle, Ware wird selbsttätig eingeschleust

Enrico Goldhahn und Andreas Cordes

Enrico Goldhahn und Andreas Cordes (v. li.): Der Kallfass-Projektleiter und der Eigentümer des Cordes-Konzern

Hobelbeschickung mit Hochgeschwindigkeit

Hobelautomat hochgetunt: der Rex-Bigmaster läuft nun mit bis zu 200 m/min

Integrierte Etikettierung

Markieren bei vollem Tempo: von REA Jet kamen die Aggregate

Millimetergenaue Kappung mit Mehrfachablängsäge

Millimetergenaue Kappung egal ob 80 cm Kurzware, oder 290er-KVH-Ware

Automatische Paket-Kantholzlegung

Automatische Paket-Kantholzlegung

Bilder und Text Gerd Ebner, Holzkurier
Holzkurier 26/2021

Die Leistensortierung mit Roboter

Automatisch im Vorteil

Die Murray Timber Gruppe installierte eine Kallfass Stapelanlage, um mit hohem Automationsgrad ihre Produktionskapazität zu steigern. Sally Spencer berichtet

Manche wären vor der Herausforderung zurückgeschreckt eine neue Stapelanlage bei laufender Sägewerksproduktion und mitten in einer Pandemie zu installieren. Für die Murray Timber Group (MTG) und Kallfass war es einfach nur ein ganz normales Projekt.

Der irische Sägewerksbetreiber, der sich größtenteils auf die Weiterverarbeitung und den Export von Bauholz, Zaunprodukten, Palletten- und Verpackungsholz konzentriert, wollte seine Produktionskapazität erhöhen und gleichzeitig die manuelle Tätigkeit im Sägewerk in Ballygar reduzieren. Ende Mai 2019, bestellte er daher bei Kallfass eine Stapelanlage mit Kantholzlegung zum Stapeln von Trocknungs- und Versandpaketen.

Die Geschäftsbeziehung zwischen MTG und Kallfass besteht bereits seit dem Jahr 1995, als eine Abläng- und Stapelanlage installiert wurde. Die hohe Qualität und technische Verfügbarkeit dieser Anlage waren Grundlage für die Entscheidung Kallfass als Lieferanten für die neue Neuinvestition auszuwählen. Nach mehreren Besuchen von Sägewerken in Deutschland und Österreich, um Beispiele ähnlicher Installationen zu zeigen, war die Entscheidung gefallen, das Projekt in Höhe von 2 Millionen Euro mit Kallfass abzuschließen.

Zu diesem Zeitpunkt hatte natürlich noch niemand etwas von Covid-19 gehört, geschweige denn ahnen können, welchen Einfluss das alles haben könnte, aber MTG war entschlossen das Projekt voranzutreiben und so wurde mit der Installation im Juni letzten Jahres begonnen. Vor Installationsbeginn wurde das existierende Gebäude erweitert und ein neuer Betonboden gegossen. Der Geschäftsbetrieb lief ungeachtet dessen normal weiter, auch während der Installation kam es zu keinen Schließungen.

“MTG wollte die Anlage unbedingt wie geplant installieren und hat alles getan, um es möglich zu machen. Die Pandemiesituation hat die Installation in der frühen Phase nicht behindert."

Matthias Link, Vertriebsverantwortlicher von Kallfass

Von Kallfass Seite aus waren ein bis zwei Mechaniker, zwei Elektriker und am Ende des Jahres, ein Programmierer vor Ort – und “sie wurden sehr gut vom MTG-Team unterstützt”, wie Matthias Link hervorhob. “Die Zusammenarbeit war sehr gut”, sagte er und fügte hinzu, dass Murray den Zeitplan exakt einhielt.

Gegen Ende des Jahres wurde es für Kallfass jedoch immer schwieriger nach Irland zu reisen und viele Verbesserungen mussten via Fernwartung durchgeführt werden. “MTG installierte an verschiedenen Stellen der Anlage Kameras, so konnten wir alle Abläufe betrachten, Modifikationen und Einstellungen vornehmen und dann sehen, ob diese zielführend waren”, sagte Matthias Link. “Natürlich hat es zusätzlich geholfen, dass das MTG-Team technisch sehr versiert ist und in der Lage war Situationen genau zu beschreiben und detaillierte Informationen zu liefern.”

Die Abläng- und Stapelanlage kann auf zwei Arten beschickt werden. Die Übernahme erfolgt zum einen aus der bestehenden Sortieranlage, von wo das Material in Chargen über eine Winkelübergabe in die neue Anlage transportiert, wird. Der komplette Inhalt einer Sortierbox (die maximale Holzlänge liegt bei 5,3 m) wird von einem Querförderer als Charge übernommen und an den neuen Anlagenteil übergeben.
Zum anderen werden das aus Trockenkammern kommende Material sowie andere Pakete entstapelt, auf Länge gekappt, erneut gestapelt und umreift.

Wird Ware über die Kippentstapelung beschickt, werden die Pakete (maximale Größe 1240mm breit x 1500mm hoch x 5300mm lang) entstapelt, die Leisten von den Brettern getrennt und mittels eines Förderbands in einen Aufnahmebehälter abgeworfen. Das Holz wird lagenweise auf einem Schrägkettenförderer zu einem Stufenschieber weitertransportiert. Ein Vereinzeler separiert das Material, welches dann über einen Rollengang an der Nulllinie ausgerichtet wird. Jetzt kann der Bediener das Schnittholz optisch beurteilen und, falls notwendig, das Brett vorziehen um Beschädigungen oder Waldkanten abzusägen.

Die Ware wird anschließend lagenweise zur Mehrfachablängsäge weiterbefördert, die mit fünf variabel einstellbaren und pneumatisch gesteuerten Sägeaggregaten ausgestattet ist. Zwei der Sägeaggregate können um 30° geschwenkt werden. Dank eines indirekten Antriebs können Bretter auf eine Minimumlänge von 750 +- 1 mm gekappt werden. Die maximale Paket-Stapelleistung liegt bei 10 Lagen pro Minute. Die Pakete werden entweder mit einem Gabelstapler entnommen oder bei Bedarf über eine angetriebene Rollenbahn zur Umreifungsmaschine weitertransportiert.

“Trocknungspakete werden direkt abgenommen, Versandpakete erhalten eine Umreifung”, erklärt Matthias Link.

“Der entscheidende Faktor war das Roboter-Leistenhandling. Es bietet genau die Lösung, nach der wir lange Zeit gesucht haben.”

Sprecher von Murray Timber Group

Die Leistensortierung mit Roboter

Roboter in Aktion beim Befüllen der Leistenmagazine

Eines der wichtigsten technischen Details der neuen Stapelanlage war für MTG das patentierte Kallfass Roboterhandling zur Leistenlegung mit einer Leistung von 80 Leisten pro Minute. Das ist die erste Installation dieser Art in UK und Irland. Die Leistenbündel werden mit einem Gabelstapler zwischen den Seitenwänden des Pufferförderers platziert und anschließend vereinzelt. Die separierten Leisten durchlaufen einen Scanner und beschädigte Leisten werden aussortiert. Im nachfolgenden Leistenbereitstellungsprozess werden die einzelnen Holzleisten zu Bündeln mit je 12 Stück gruppiert und über einen Pufferförderer für das Roboterhandling bereitgestellt. Der Roboter greift sich die Bündel und befüllt damit acht, frei positionierbare Leistenmagazine, die mit je zwei Schächten ausgerüstet sind.

Die Doppelmagazine werden benötigt, um zwei verschiedene Leistendimensionen handhaben zu können. Über die automatische Leistenbereitstellung werden Trocknungsleisten 44x22 mm beschickt. Die kleineren Leisten mit 44x10 mm und 35x10 mm sind für Versandpakete bestimmt und werden manuell in die Taschen eines Pufferförderers gelegt. Dort nimmt sie der Roboter auf und befüllt damit den zweiten Schacht im Magazin.

Die Umreifungsanlage ist mit zwei Kantholzmagazinen ausgestattet. Die Kanthölzer werden unter das Paket geschoben und zusammen mit diesem umreift. Ein Umreifungszyklus ohne Paketpositionierung dauert nicht länger als 18 Sekunden. Die Pakete werden anschließend mit einem Gabelstapler von der Winkelübergabe entnommen.

Matthias Link schätzt, dass die Anlage derzeit mit 90 % der Leistung läuft und Kallfass die abschließenden Feinjustierungen im Ballygar-Sägewerk durchführen wird, sobald die Einschränkungen durch Covid gelockert und Reisen wieder möglich sein werden.

MTG ist nach eigener Aussage sehr vertraut und zufrieden mit den Anlagen von Kallfass sowohl hinsichtlich der Qualität als auch unter Design und Leistungsaspekten.

“Der entscheidende Faktor war das Leistenhandling mit Roboter. Das ist genau die Lösung, nach der wir lange Zeit gesucht haben”, so ein Sprecher von MTG. “Es ist perfekt und das, was wir wollten, hoch automatisiert, leistungsstark und komplett flexibel in der Handhabung der Leistenlegung”, fügt er hinzu. “Wir sind sehr stolz so ein System zu haben.”

Stapelanlage mit Leistenmagazinen, Befüllung durch Roboter

Die Leistensortierung mit Roboter im Hintergrund

Die Installation der Produktionslinie begann im Juni 2020

Fotos: Murray Timber Group. Text: Sally Spencer, TTJ Timber Trade Journal
TTJOnline May/June

Manueller Beurteilungskettenförderer

Alles unter Kontrolle

In der Weiterverarbeitung von Schnittholzware sind Produktqualität und Produktionsauslastung die entscheidenden Wirtschaftsfaktoren. Durch die Integration qualitätsbeurteilender Systeme in den Fertigungsprozess wird der Automationsgrad erhöht und damit gleichzeitig die Auslastung optimiert.

Optimiertes Auskappen in einer vernetzten Fertigung

KALLFASS hat ein Schnittstellenkonzept erarbeitet, dass die verschiedenen Softwaresysteme einer Produktionslinie miteinander vernetzt und damit eine direkte Kommunikation zwischen den einzelnen Prozessen ermöglicht. Ein Beispiel: Der im Sortierwerk installierte Waldkantenscanner ermittelt die Brettdimension mit Länge, Breite, Stärke und eventuell Qualität, erkennt fehlerhafte Stellen wie Astlöcher oder Waldkanten und gibt diese Messergebnisse als Kappinformationen direkt an die KALLFASS Trimmersäge weiter. In der Regel arbeiten Trimmersägen nur mit voreingestellten Rasterlängen aber durch eine zusätzliche Ausstattung der Anlage mit einem servogesteuerten, flexiblen Nullanschlag vor dem Trimmer, können Fehlerstellen präzise auf den Punkt, mit minimalen Holzverlusten gekappt werden.

Als Alternative zum Scannen kann ein KALLFASS-Beurteilungskettenförderer zur manuellen Qualitätsbeurteilung der Schnittware eingesetzt werden. Jedes Brett wird einzeln aufgenommen und um 180° gedreht auf dem Transport wieder abgelegt. Der Bediener kann das Holz von allen Seiten betrachten und einem Merkmal zuordnen.

Manueller Beurteilungskettenförderer

Alternative zum Scannen: Die manuelle Qualitätsbeurteilung der Schnittware mit dem KALLFASS-Beurteilungskettenförderer.

Holzkurier 13/2021

Schrägboxensortierung

Schmuckstück:
Neues Schwachholzsägewerk

Smart, sauber und sicher

Im Dezember 2019 fiel der Startschuss in Wunsiedel, genau ein Jahr später fuhr der erste Stamm über die neue Linie – in der wohl schwierigsten Zeit ging der Bau des Sägewerkes von GELO Timber über die Bühne. Trotz aller Widrigkeiten aufgrund der Coronapandemie konnte der ohnehin straffe Zeitplan eingehalten werden.

Mit der Hauptware, überwiegend BSH-Lamellen, sollen hauptsächlich die Leimholzwerke versorgt werden. Die Seitenware, welche selbst nicht weiterverarbeitet werden kann, geht an Verpackungskunden. „Mit dem Sägewerk soll sich künftig der Zukauf der beiden Unternehmen deutlich reduzieren. Eine 100 %ige Eigenversorgung ist aber nicht möglich“, erläutert Küspert. Wunsiedel hat sich als Standort vor allem deshalb als günstig erwiesen, da GELO Timber dort mit der WUN Bioenergie unter anderem einen Pelletsproduzenten und Heizkraftwerksbetreiber als Nachbar hat. WUN Bioenergie ist aber nicht nur irgendein Nachbar: Küspert ist Mitinitiator des Energieparks und zudem Gesellschafter sowie Geschäftsführer. Dadurch ergeben sich tolle Synergien – quasi Sägerestholz im Austausch gegen Strom und Wärme. Küspert bezeichnet das Sägewerk als „smarte Lösung 4.0“.

Enormer Kraftakt

Im Dezember 2019 begannen die Bauarbeiten in Wunsiedel. Trotz der Coronapandemie konnte der ohnehin straffe Zeitplan eingehalten werden – nur ein Jahr später, im Dezember 2020, lief der erste Stamm durch die Sägelinie. „Es war für alle Beteiligten eine enorme Herausforderung. Wir konnten die Anlage aber in der vorgegebenen Zeit in Betrieb nehmen“, sagt der Geschäftsführer und ist stolz auf die gute Zusammenarbeit. Vor wenigen Wochen startete man bereits mit der zweiten Schicht. Das Sägewerk ist auf einen jährlichen Einschnitt von 350.000 fm im Zweischichtbetrieb ausgelegt. „Das klingt vielleicht im ersten Moment nach nicht viel. Um diese Leistung zu erreichen, müssen aber über 18 Mio. lfm Rundholz pro Jahr die Anlage passieren. In unserem Sägewerk in Weißenstadt, wo wir stärkere Durchmesser verarbeiten, sind es nur rund 4 Mio. lfm bei einem Einschnitt von 250.000 fm/J“, führt Küspert aus. Das Sägewerk in Wunsiedel ist auf einen Zopfdurchmesser von 8 bis 25 cm sowie eine Holzlänge von 2,5 bis 5,3 m ausgelegt.

Gelo Boxensortierwerk

Gute Zusammenarbeit: Wolf-Christian Küspert (li.) mit Kallfass-Projektleiter Matthias Link

Sauber sortiert und paketiert

Die Haupt- und Seitenwarenbretter aus der HewSaw-Sägelinie gelangen auf zwei Decks in Richtung der Sortier- und Stapelanlage von Kallfass, Baiersbronn-Klosterreichenbach/DE. Außerdem realisierte der Mechanisierungsspezialist eine automatische Leistenzuführung. Die Haupt- und Seitenware werden über einen Vereinzeler auf einen Bogenförderer gebracht. Auf dem nachfolgenden Förderer beurteilt der Mitarbeiter die Hölzer. Ist ein Stirnschnitt vorzunehmen, zieht er das Brett bis zu 0,5 m vom Förderer ab. Bei der Besichtigung verweist Kallfass-Projektleiter Matthias Link auf die Rollen – damit lassen sich auch schwere Bretter einfach bewegen.

Im Querdurchlauf folgt die Eintaktung mit einem Tongloader in Richtung des Scanners und des Trimmers. Der Tongloader greift jedes Stück – ähnlich einer Hand –, vereinzelt den Brettfilm und taktet es in den nächsten Förderer ein. Der wesentliche Vorteil des Tongloader ist, dass er mit unterschiedlichen Schnittholzdimensionen auch von Stück zu Stück zurechtkommt. Die Leistung im Kallfass- Sortierwerk beziffert Link mit bis zu 120 Takten pro Minute.

Ein Microtec-Scanner ermittelt die Dimension und erkennt die Waldkante. Mittels der Sortiersteuerung Variosort erhält jedes Brett die entsprechende Boxennummer beziehungsweise die Information für den nachfolgenden Kallfass-Trimmer. Letzterer verfügt über sieben Sägen und kann außerdem einen Zerstörschnitt durchführen. „Zusätzlich kann der Bediener durch eine Farbmarkierung den Brettern weitere Merkmale, wie Käferschaden, Bläue oder Fäule, zuweisen“, erklärt Link.

„Wir haben ein absolutes Schmuckstück und sind stolz, das Werk zeitgerecht in so einer herausfordernden Zeit starten zu können.“

Wolf-Christian Küspert, Geschäftsführer GELO Timber

Um 30 % größere Boxen

GELO Timber entschied sich für 40 Schrägboxen. Um den Staplerverkehr am Gelände einzuschränken, kann die Kallfass-Anlage Pakete bis zu 1,65 m Breite und 2 m Höhe stapeln. Diese Dimension ermöglicht außerdem die bestmögliche Ausnutzung des Valutec-Kanaltrockners. Aus diesem Grund führte Kallfass die Schrägboxen größer als üblich aus. „Die Boxen sind etwa um 30 % größer“, beziffert der Kallfass-Projektleiter. Volle Boxen werden nach unten auf einen Querförderer entleert und mittels eines Stufenschiebers vereinzelt. Über dem Querförderer installierte Kallfass zudem die Nachsortierung der getrockneten Pakete – ein Trockenpaket ergibt bis zu zwei bis drei Versandpakete. Diese werden mittels Kippentstapelung lagenweise vereinzelt. Die Stapelleisten fallen automatisch auf ein Förderband und werden separat gesammelt.

Volle Boxen werden nach unten auf einen Querförderer entleert und mittels eines Stufenvereinzelers separiert. Über dem Querförderer installierte Kallfass zudem die Nachsortierung der getrockneten Pakete – ein Trockenpaket ergibt bis zu zwei bis drei Versandpakete. Diese werden mittels Kippentstapelung lagenweise vereinzelt. Die Stapelleisten fallen automatisch auf ein Förderband und werden separat gesammelt.

Sowohl die frische als auch trockene Ware kann ein Mitarbeiter bei Bedarf nochmals hinsichtlich der Qualität beurteilen, beziehungsweise unerwünschte Stücke aussortieren. Die Kallfass-Mechanisierung bildet anschließend je nach Paketvorgabe die Lagen, welche durch die Mehrfachablängsäge von Kallfass transportiert werden. Diese ist mit einer Null- sowie vier variablen Kappsägen ausgestattet. Ablegegabeln übergeben anschließend die fertigen Lagen an die Paketierung. Die Stapelleistung beträgt bis zu zwölf Lagen pro Minute.

Die Kallfass-Paketierung ist mit acht Doppelmagazinen für Trocken- und Versandleisten ausgestattet. Die Trockenleisten sind 1,6 m und die Versandleisten 1,2 m lang. Die Leistenlegung erfolgt automatisch. Fertige Pakete gelangen über einen Paternoster nach unten. Frische Ware gelangt von dort aus in den gegenüberliegenden Valutec-Kanaltrockner. Versandpakete kommen zu einer Fromm-Umreifungsstation, welche Kallfass noch mit einer automatischen Beschickung der Unterlagskanthölzer ausrüstete.

Wie eingangs erwähnt, lieferte Kallfass auch eine automatische Leistenzuführung für Trocknungs- und Versandleisten. Aufgrund der benötigten Menge an Trocknungsleisten wurde die Zuführung automatisiert. Die Leistenbündel werden auf einen Querförderer aufgegeben und vereinzelt. Ein Scanner überprüft die Dimension und erkennt Leistenbeschädigungen, wie etwa Astlöcher und Ausbrüche. Ungeeignete Leisten lassen sich über eine Klappe nach unten ausschleusen. Nach dem Scannen sammelt eine Vorrichtung die Leisten und fasst immer zehn Stück zusammen. Die Versandleisten werden über einen manuell befüllten Taschenförderer bereitgestellt. Ein Roboter greift die Leistenpakete und befüllt damit die Magazine der Stapelanlage. Der große Vorteil dieser Lösung besteht in der Möglichkeit, die Magazine variabel zu positionieren und dennoch automatisch zu befüllen.

 

Gelungenes Projekt

Die gesamte Administration des Sägewerks erfolgt bei GELO in Weißenstadt. Damit konnte die Belegschaft in Wunsiedel schlank gehalten werden. „Derzeit haben wir 32 Mitarbeiter im Zweischichtbetrieb. Mit nur elf Personen lässt sich das Sägewerk pro Schicht betreiben. Wir wollten ein absolutes Schmuckstück bauen – das ist uns auf jeden Fall gelungen. Alle Lösungen wurden genauso umgesetzt, wie wir uns das vorgestellt hatten. Mit dem neuen Sägewerk sind wir gut für die Zukunft gerüstet“, meint Küspert. Besonders stolz ist der auf das Gesamtkonzept mit dem benachbarten Pellets- und Heizkraftwerk – „ein Standortvorteil, den einem keiner wegnehmen kann“.

Die Gesamtinvestition belief sich auf 38,5 Mio. €. Der Sägewerksstandort umfasst 11 ha, 7 ha davon werden derzeit genutzt. Für das restliche Gelände hat Küspert auch schon Ideen: „Aber zuerst wollen wir einmal das Hauptaugenmerk auf das neue Sägewerk legen“, sagt der Geschäftsführer abschließend.

Vereinzeler

Haupt- und Seitenware gelangt über zwei Pufferdecks und Bogenförderer in die Sortier- und Stapelanlage.

Für einen Endenschnitt zieht der Mitarbeiter die Bretter nach vorne, Rollen erleichtern die Arbeit.

Eintaktung mit Tongloader

Der Tongloader sorgt für eine rasche Eintaktung in Richtung des Scanners und der Schrägboxen.

Mehrfachablängsäge mit vier variablen Sägen

Die Mehrfachablängsäge von Kallfass kappt die Lagen mit einer Null- und vier variablen Sägen.

Leisten-Doppelmagazine

GELO Timber setzt für die einfachere Befüllung der Doppelmagazine auf einen Leistenroboter von Kallfass.

Gestapeltes Schnittholzpaket

Eines der ersten fertigen Schnittholzpakete von GELO Timber in Wunsiedel, sauber geschnitten, gestapelt und getrocknet, für die Leimholzproduktion.

Bilder und Text Martina Nöstler
Holzkurier 11/2021

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Kontinuierlicher Zufluss
mit Leistenroboter

Das Handling von Stapelleisten erscheint oftmals als „Nebensache“. Dass aber gerade eine automatische Zuführung in die Paketierung eine enorme Arbeitserleichterung bedeutet, beweist die Installation von Kallfass im Sägewerk Egger in Brilon.

Mehrere Zehntausend Stapelleisten müssen im Sägewerk Egger in Brilon täglich manipuliert werden. „Die Magazine der Stapelanlagen bei der Haupt- und Seitenwarensortierung ständig zu befüllen, war bisher ein enormer Arbeitsaufwand“, erzählt Jens-Michael von Werder, zuständig für die Produktionstechnik im Sägewerk. Bis zu neun Mitarbeiter waren pro Schicht damit beschäftigt – bei einem Dreischichtbetrieb also eine sehr personalintensive Arbeit. Aus diesem Grund entschied man sich bei Egger, in eine automatische Leistenhandling-Anlage samt Roboterbeschickung der Magazine zu investieren.

Flexible Lösung

„Die handelsüblichen Varianten waren uns zu starr. Wir wollten eine flexible Lösung, bei der wir Trockenkammer- und Verlustlatten sowie auch Kanthölzer manipulieren können“, führt von Werder aus. Kallfass, Baiersbronn/DE, bot für Egger die passende Lösung. „Wir haben schon bei einem Projekt im Hobelwerk gute Erfahrungen mit Kallfass gemacht. Außerdem ist Kallfass auch bei herausfordernden Aufgaben immer ein guter Partner“, meint von Werder. Der Mechanisierungsspezialist präsentierte den Verantwortlichen bei Egger eine flexible Lösung, die auch ausgereift schien. „Wir haben schon andere automatische Leistensysteme gebaut. Das Projekt bei Egger in Brilon war aber das bisher umfangreichste“, erläutert Kallfass-Geschäftsführer Hans Haist.

Geschäftsleitung Kallfass mit Projektleiter von Sägewerk Egger

Vor den eingetakteten Leisten: Ernst Kallfass, Jens-Michael von Werder und Hans Haist (v. li.).

Zwei Linien, drei Roboter

Von April bis September erfolgte die „Operation am offenen Herzen“, wie es von Werder beschreibt, denn: Kallfass führte die komplette Montage der automatischen Leistenlinie während des laufenden Betriebes durch. Die eigentliche Montage dauerte zwei Monate. „Das Projekt verlief sehr gut und vor allem unfallfrei. Wir hatten fast keine Stillstände“, bestätigt von Werder. Egger schneidet in Brilon rund 1 Mio. fm/J. Das Schnittholz wird in eine Haupt- und eine Seitenwarenanlage, die parallel installiert sind, sortiert. Die neue Kallfass-Linie beschickt beide Anlagen gleichermaßen mit Trockenkammer- und Verlustlatten sowie Kanthölzern. Die Stapelleisten aus der Trockensortierung kommen samt den Kanthölzern in Rungen zur neuen Kallfass-Linie. Die Rungen werden auf einem Pufferförderer entleert. Die Anlage trennt automatisch die Kanthölzer von den Leisten. Die Kanthölzer gelangen über eine separate Kettenpufferstrecke zu einer Stapelung. Vor dort teilt die Kallfass-Steuerung anhand der Paketdaten die Kanthölzer den beiden Stapelanlagen zu. Die Leisten nehmen einen anderen Weg: Die Kallfass-Mechanisierung vereinzelt diese und führt sie durch einen Scanner. Dieser ermittelt die Dimension und die Krümmung. Nicht passende Leisten werden über eine Klappe ausgeschleust. Die Anlage fasst auf einem Schrägförderer jeweils elf Leisten zusammen.

„Wir rechnen beim neuen Leistenhandling mit einer kurzen Amortisationszeit.“

Jens-Michael von Werder, zuständig für die Produktionstechnik

Andrea, Hubertus und Paul

„Andrea“, der erste Roboter in der Linie, greift diese elf Stapelleisten und taktet diese in Pufferförderer ein. „Dieser ist auf etwa 3000 Leisten ausgelegt“, führt Haist aus. Hubertus und Paul, die zwei weiteren Roboter mit Schwenkarmen, nehmen bei Bedarf die Stapelleisten und legen diese in die neuen Kallfass-Magazine der Paketierung. „Die Anlage ist auf eine Leistung von 100 Leisten pro Minute ausgelegt“, beziffert Haist und ergänzt: „Für diese Roboterbeschickung haben wir das Schutzrecht erhalten.“ Bei den Verlustlatten gibt es nur eine Leistenlänge für alle Paketbreiten. Diese werden durch Verfahren und Verschieben der Leistenlegung an das Paket angepasst. „Mit dieser Lösung sind wir deutlich flexibler als mit verschiedenen Längen, der Materialaufwand ist allerdings höher“, berichtet von Werder. Im Zuge dieser Investition hat Kallfass auch die Stapelmaschine upgegraded und die gesamte Steuerung geliefert. Damit lässt sich beispielsweise auch steuern, dass in den unteren fünf bis sechs Lagen mehr Leisten gelegt werden, um Holzbruch zu verhindern. Aus Eggers Sicht läuft die neue Leistenhandling-Anlage absolut zufriedenstellend und auch reibungslos. „Das Ziel ist es, nur mehr mit vier Mitarbeitern pro Schicht im Bereich Leistenhandling auszukommen. Damit rechnet sich die Investition innerhalb kürzester Zeit“, meint von Werder abschließend.

Zuführung Stapelleisten in Richtung Scanner

Zuführung der Stapelleisten in Richtung Scanner, dieser ermittelt Dimension und Krümmung.

Leisteneintaktung Hauptware

... während "Hubertus" für die Hauptwarenanlage zuständig ist.

Zusammenfassung Leisten

Die Kallfass-Anlage fasst je 11 Leisten zusammen, diese taktet "Andrea" in einen Pufferförderer ein.

Leistenmagazine

Im Zuge der neuen Anlage hat Kallfass auch die Stapelmaschine upgegraded.

Befüllung Leistenmagazine mit Roboter

"Paul" schnappt sich diese Leisten und befüllt damit die Magazine der Seitenwarenanlage, ...

Stapelpaket mit Stapelleisten

Um Bruch beim Schnittholz zu verhindern, können in die unteren fünf bis sechs Lagen mehrere Stapelleisten gelegt werden.

Bilder und Text Martina Nöstler, Holzkurier 51-52/2020

Produktionshelfer / Lagerhelfer

Ihre Aufgaben

  • Warenannahme (entladen, prüfen und einlagern von Wareneingängen)
  • Packen von Paketen und Paletten für den Versand
  • Warenversand (Waren einpacken, anmelden und verladen)
  • Innerbetrieblicher Transport mittels Flurförderzeuge und Kran, sowie das Be- und Entladen von LKW mit Gabelstapler oder Kran

Ihr Profil:

  • Sie besitzen den Führerschein der Klasse B, eventuell C1E
  • Staplerführerschein wünschenswert
  • Kranschein wünschenswert
  • Eine gute Auffassungsgabe und körperliche Belastbarkeit
  • Eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten im Team
  • Sehr gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift
  • Eventuell schon erste Erfahrungen im Bereich Lagerlogistik

Das bieten wir Ihnen:

  • Wir bieten Schulung und Einarbeitung an einem interessanten und sicheren Arbeitsplatz
  • Es erwartet Sie ein motiviertes Team
  • Eine leistungsgerechte Bezahlung und Mitarbeiterbeteiligung sowie weitere Sozialleistungen
  • Nach erfolgter Einarbeitung haben Sie die Chance auf einen unbefristeten Arbeitsvertrag in Vollzeit

Ihre Kontaktadresse für eine Bewerbung am

Standort Klosterreichenbach
Kallfass GmbH
Maschinen plus Automation
Röter Straße 44
72270 Baiersbronn

Ansprechpartner: Volker Kallfass
Tel. 07442-84460
E-Mail: karriere@kallfass-online.com